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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

22.09. bis 24.09.2011, Düsseldorf-Kaiserswerth

Posttraumatischer Hämatothorax bei über 80-jährigen Patienten – erfolgreiches Management mittels VATS

Meeting Abstract

  • Michael Schweigert - Klinikum Nürnberg Nord, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Nürnberg
  • Martin Beron - Klinikum Nürnberg Nord, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Nürnberg
  • Attila Dubecz - Klinikum Nürnberg Nord, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Nürnberg
  • Rudolf J. Stadlhuber - Klinikum Nürnberg Nord, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Nürnberg
  • Carolin Gunther - Klinikum Nürnberg Nord, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Nürnberg
  • Dietmar Kraus - Klinikum Nürnberg Nord, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Nürnberg
  • Hubert J. Stein - Klinikum Nürnberg Nord, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Nürnberg

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Düsseldorf, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocPO 1.7

DOI: 10.3205/11dgt57, URN: urn:nbn:de:0183-11dgt579

Veröffentlicht: 19. September 2011

© 2011 Schweigert et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Thoraxtraumen stellen lebensbedrohliche Verletzungen dar. Hohes Alter ist dabei als unabhängiger Risikofaktor für sowohl erhöhte Morbidität als auch Mortalität etabliert. Im Falle eines Thoraxtraumas mit Hämatothorax verschlechtert sich der Zustand dieser multimorbiden Patienten oft dramatisch schnell. Ziel dieser Studie ist es die Ergebnisse des Managements des posttraumatischen Hämatothorax mittels VATS in über 80-jährigen Traumaopfern zu untersuchen.

Methode: In einer retrospektiven Studie wurde der Verlauf von 60 konsekutiven Patienten untersucht, die zwischen 2006 und 2010 in einem Klinikum der Maximalversorgung aufgrund eines posttraumatischen Hämatothorax mittels VATS operiert worden waren. Traumaopfer älter als 80 Jahre wurden identifiziert. Die Studie war von einer örtlichen Ethikkommission gebilligt worden.

Ergebnis: Bei einem Durchschnittsalter von 63,2 Jahren fanden sich insgesamt 39 männliche und 21 weibliche Patienten. Indikationen zur Operation waren persistierende intrathorakale Blutung und koagulierter bzw. retinierter oder infizierter posttraumatischer Hämatothorax. Die in-Hospital-Mortalität betrug 1,7% (1/60). Insgesamt 15 Patienten waren 80 Jahre oder älter (80–91). Stumpfes Thoraxtrauma war die Hauptursache für die Ausbildung eines Hämatothorax. Eine Rippenserienfraktur trat in 23 Fällen auf, davon in sechs über 80-jährigen Unfallopfern. Die sehr alten Traumapatienten wiesen eine ausgeprägte insbesondere cardiopulmonale Comorbidität auf und wurden meist erst mit signifikanter Verzögerung in der Thoraxchirurgie vorgestellt. VATS war bei allen über 80-jährigen Patienten stets durchführbar und diese erholten sich ausnahmslos.

Schlussfolgerung: VATS erzielt exzellente Ergebnisse in der Behandlung des posttraumatischen Hämatothorax bei sehr alten Patienten von 80 oder mehr Jahren. Trotz erheblicher Comorbidität und oftmals verzögerter Operation erholten sich alle über 80-jährigen Traumaopfer. Wir schließen daraus, dass fortgeschrittenes Alter an sich keine Kontraindikation zur operativen Behandlung des posttraumatischen Hämatothorax darstellt. Durch frühzeitige Vorstellung geriatrischer Unfallopfer mit koagulierten, retinierten oder infizierten posttraumatischen Hämatothorax kann das Traumamanagment in dieser Altersgruppe noch verbessert werden.