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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

22.09. bis 24.09.2011, Düsseldorf-Kaiserswerth

Ergonomie im klinischen Alltag – Ergebnisse einer Umfrage unter europäischen Thoraxchirurgen

Meeting Abstract

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  • Katrin Welcker - Klinikum Bremen-Ost gGmbH, Klinik für Thoraxchirurgie, Bremen
  • Eveline Internullo - Ospedale San Martino, Thoracic Surgery, Genua, Italien
  • Laura Kranenburg - Delft University of Technology, Industrial Design Engineering, Delft, Niederlande

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Düsseldorf, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocFV 1.11

DOI: 10.3205/11dgt50, URN: urn:nbn:de:0183-11dgt500

Veröffentlicht: 19. September 2011

© 2011 Welcker et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Aufwendige thorakoskopische Verfahren gewinnen zunehmend an Bedeutung. Diese sind oftmals allerdings mit einer verlängerten Operationszeit verbunden. Die kann aufgrund der ergonomisch ungünstigen Körperposition zu Muskelverspannungen bis hin zu chronischen Schmerzen führen. Eine Untersuchung dieses Zusammenhanges ist bisher nicht erfolgt.

Methode: Im Nov 2010 wurden alle 1.071 Mitglieder der ESTS (European Society of Thoracic Surgeons) per e-mail gebeten an einer webside gestützten Befragung teilzunehmen. Die Befragung wurde von der ESTS offiziell unterstützt. Neben persönlichen Daten wurden Informationen zum technischen Equipment im OP deren Anwendung erhoben. Ausprägung und Lokalisation möglicher physischer Dysbalancen und Schmerzen wurden erfragt.

Ergebnisse: Die Rücklaufquote betrug 21,15%.10% waren weiblich. 46% gaben mäßige bis starke Schmerzen im Nackenbereich an. 42% klagten über chronische Rückenschmerzen und 36% spürten Schulterschmerzen. 52% der Chirurgen verwenden 2 Monitore im OP. 74% platzieren diese auf Instrumententowers. Flatscreens werden in 75% verwendet. Nur 2,4% der Befragten plazieren den Monitor unterhalb des Augenniveaus. In 66% der Fälle ist der Monitor auf Augenhöhe justiert. Der Abstand zwischen Operateur und Monitor beträgt in 58% 1,5 und in 39% 2 Armlängen. 45% der Befragten müssen den Kopf um mehr als 15 Grad rotieren um in den Monitor zu schauen obwohl 70% der Chirurgen angeben vor jedem Eingriff die Position des Monitors neu zu adjustieren. In 66% arbeiten die Thoraxchirurgen mit einem OP-Tisch auf Bauchnabelhöhe. Operateure die den OP-Tisch tiefer adjustieren haben erkennbar weniger Beschwerden. Angaben zu den verwendeten thorakoskopischen Instrumenten werden ebenfalls unter ergonomischen Aspekten betrachtet.

Schlussfolgerung: Ergonomie im OP ist für 99,5% der Befragten sehr wichtig. Guidelines sind in nur 5,5% bekannt. Die mangelnde Kenntnis dieser Richtlinien zeigt sich in der unergonomischen Platzierung von OP-Tisch und Monitor. Da über 40% der Chirurgen über Rücken und Schulter-Nackenschmerzen klagen scheint es notwendig, dass entsprechende Kenntnisse im thoraxchirurgischen Alltag Beachtung erlangen und in die Entwicklung neuer Instrumente einfließen.