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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

22.09. bis 24.09.2011, Düsseldorf-Kaiserswerth

Änderung der Lungenfunktion nach Metastasektomie. Ergebnisse einer prospektiven Beobachtungsstudie an 117 Fällen

Meeting Abstract

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  • Stefan Welter - Ruhrlandklinik, Thoraxchirurgie, Essen
  • Housman Cheufou - Ruhrlandklinik, Thoraxchirurgie, Essen

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Düsseldorf, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocFV 1.2

DOI: 10.3205/11dgt41, URN: urn:nbn:de:0183-11dgt415

Veröffentlicht: 19. September 2011

© 2011 Welter et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Während die Vorhersage der postoperativen Lungenfunktion für anatomische Resektionen gut evaluiert und unter Berücksichtigung der Anzahl zu resezierender Segmente ermittelbar ist, gibt es bisher keine Formel, mit denen die postoperative Restfunktion nach Metastasektomie vorhergesagt werden kann. Durch Auswertung prospektiv gesammelter Lungenfunktionsdaten soll das Ausmaß des Funktionsverlustes evaluiert werden.

Methode: Von April 2008 bis April 2010 wurden präoperativ, postoperativ und 3 Monate nach Lungenmetastasektomie Lungenfunktionsuntersuchungen an einem Studienkollektiv von 117 Patienten durchgeführt. Des Weiteren wurden Chemotherapie, Rethorakotomie, Verwachsungen, Pleurodeseverfahren, Postthorakotomiesyndrom und Tumorrezidiv als mögliche Einflussfaktoren erfasst.

Ergebnis: 13 Patienten hatten eine Lobektomie, 27 Patienten eine Segmentresektion und 77 Patienten atypische Resektionen als größtes Resektionsausmaß. 117 Patienten hatten im Mittel präoperativ eine IVC von 97,1%, eine FEV1 von 87,0% und eine TLCO von 82,7%. Postoperativ sind diese Werte erheblich auf IVC 62,5%, FEV1 56,2% und TLCO 57,6% gefallen, um nach im Median 3,4 Monaten noch einen Verlust von IVC -9,8%, FEV1 -10,8% und TLCO -9,7% gegenüber dem Ausgangswert aufzuweisen. Am Kontrolltermin waren IVC, TLC, FEV1 und TLCO mit jeweils p <0.001 signifikant reduziert. Im Gruppenvergleich hatten nur die bilaterale Thorakotomie auf die IVC, TLC und FEV1 sowie die prä- und postoperative Chemotherapie auf die TLCO und AaDO2 signifikant negativen Einfluss. Die Subgruppe mit ausschließlich atypischen Resektionen zeigte einen nahezu linearen Abfall der Lungenvolumina um 0,6% und der TLCO um 0,5% für jede zusätzliche atypische Resektion.

Schlussfolgerung: Die offene Lungenmetastasektomie geht mit einem signifikanten Verlust an Lungenfunktion nach 3 Monaten einher. Zur Berechnung der postoperativen Restfunktion kann jeder zusätzlichen atypischen Resektion ca. 0,5% Verlust der Lungenvolumina und der TLCO zugerechnet werden und damit auch die Restfunktion nach Kombinationseingriffen mit anatomischen Resektionen berechnet werden.