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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

22.09. bis 24.09.2011, Düsseldorf-Kaiserswerth

Die Serumkonzentration des CC Chemokin ligand 18 (CCL18) ist bei Patienten mit Nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom erhöht und korreliert mit der Überlebenszeit

Meeting Abstract

  • Till Ploenes - Universitätsklinikum Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Alexander Krohn - Universitätsklinikum Freiburg, Onkologie und Hämatologie, Freiburg
  • Meike Burger - Universitätsklinikum Freiburg, Onkologie und Hämatologie, Freiburg
  • Hendrik Veelken - University Medical Center Leiden, Dep. of Hämatology, ZA Leiden, The Netherlands
  • Joachim Müller-Quernheim - Universitätsklinikum Freiburg, Pneumologie, Freiburg
  • Bernward Passlick - Universitätsklinikum Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Gernot Zissel - Universitätsklinikum Freiburg, Pneumologie, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Düsseldorf, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocFO 1.11

DOI: 10.3205/11dgt38, URN: urn:nbn:de:0183-11dgt387

Veröffentlicht: 19. September 2011

© 2011 Ploenes et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Chemokine spielen eine wichtige Rolle in der Leukozytenmobilisation, Hämatopoese und Angiogenese. Gewebespezifische Expression von manchen Chemokinen beeinflussen auch Tumorwachstum und Metastasierung. In dieser Arbeit wurde das lungenspezifische „CC Chemokine pulmonary and activation-regulated chemokine“ (PARC)/CCL18 im Serum von Patienten mit histologisch gesichertem nichtkleinzelligem Lungenkarzinom gemessen und mit klinischen Daten korreliert.

Methodik: Im Zeitraum von 2003 bis 2007 wurden bei 170 Patienten bei Diagnosestellung eines nichtkleinzelligen Lungenkarzinoms Serumproben entnommen. Diese wurden nach einem Standardprotokoll innerhalb 1,5h bei Raumtemperatur aus 5ml venös entnommenen Blut (durch Zentrifugation bei 3500 rpm) gewonnen und bei –80°C gelagert. Alle Seren wurden im ELISA auf CCL18 gemäß Herstellerprotokoll gemessen. Als Kontrolle diente ein historisches Kollektiv. Die klinischen Daten wurden aus den Tumor-Datenbanken des Universitätsklinikum Freiburg entnommen. Die Tumore wurden entsprechend der 6th UICC Edition klassifiziert.

Ergebnisse: ROC Analysen zeigten einen cutoff von 83 ng/ml um zwischen Probanden und Tumorpatienten zu unterscheiden. (p<0,0001, AUC 0,968) Ein criterion value plot mit dem Kriterium Überleben ergab einen cutoff von 160 ng/ml. Patienten mit einen Adenokarzinom und einem CCL18 Level >160 ng/ml zeigten ein mittleres Überleben von 388 Tagen, bei einem Level zwischen 160 ng/ml und 80 ng/ml lag das mittlere Überleben bei 788 Tagen und bei den Patienten mit einem CCL18 Level <80 ng/ml lag das Überleben bei 1152 Tagen (p<0,001). In den anderen histologischen Subgruppen ergab sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Überleben und dem CCL18 Level.

Schlussfolgerung: Zur Diskrimination zwischen Tumorpatienten und gesunden Probanden konnte ein CCL18 Wert von 83 ng/ml ermittelt werden. Es zeigt sich eine eindeutige Beziehung zwischen dem Überleben von Patienten mit einem Adenokarzinom und erhöhtem CCL18 Wert. Damit könnte CCL18 ein zukünftiges Ziel für therapeutische Eingriffe sein.