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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

22.09. bis 24.09.2011, Düsseldorf-Kaiserswerth

Die Rolle der Manschettenresektion bei den zentral lokalisierten, nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen in Abhängigkeit von der Lymphknotenmetastasierung

Meeting Abstract

  • Servet Bölükbas - Dr. Horst Schmidt Klinik, Klinik für Thoraxchirurgie, Wiesbaden
  • Andreas Fischer - Dr. Host Schmidt Klinik, Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, Wiesbaden
  • David Ghezel-Ahmadi - Dr. Horst Schmidt Klinik, Klinik für Thoraxchirurgie, Wiesbaden
  • Joachim Schirren - Dr. Horst Schmidt Klinik, Klinik für Thoraxchirurgie, Wiesbaden

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Düsseldorf, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocFO 1.2

DOI: 10.3205/11dgt29, URN: urn:nbn:de:0183-11dgt292

Veröffentlicht: 19. September 2011

© 2011 Bölükbas et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Ziel dieser Studie war die Untersuchung der Langzeitergebnisse von Manschettenresektionen bei nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) in Abhängigkeit vom Lymphknotenbefall.

Methode: Es wurde eine retrospektive Analyse von prospektiv erhobenen Daten zwischen Januar 1999 und Dezember 2009 nach Zustimmung der Ethikkommision durchgeführt. Morbidität, Mortalität, Lokalrezidivrate, Fernmetastasierung und das Überleben wurden in Abhängigkeit von limitiertem Lymphknotenbefall (Gruppe 1 (GR1): N0/N1) und fortge-schrittenem Lymphknotenbefall (Gruppe 2 (GR2): N2/N3) untersucht.

Ergebnis: Insgesamt 170 Manschettenesektionen (GR1: n=120; GR2: n=50) wurden bei NSCLC im betreffenden Zeitraum durchgeführt. Beide Gruppe hatten eine gleiche Verteilung in Bezug auf Alter (GR1 61,8±12,4 vs. 60,8±9,6 Jahre), Geschlecht, Co-Morbiditäten, Art der Manschetten-resektion, Anzahl der disseziierten Lymphknoten (GR1 40,0±12,4 vs. 36,7±14,0), Histologie und R0-Resektionsrate (GR1 96,7% vs. 98,0%). Mehr Patienten hatten eine Induktionschemotherapie in GR2 (p=0.049). Ein statistischer Unterschied bestand ebenfalls nicht bezüglich der Morbidität (GR1:34,2%, GR2:44,0%), der sekundären Pneumonektomierate (GR1:1,7%, GR1:4,0%) und der Mortalität (GR1:5,0%, GR2:6,0%) nicht. GR1 hatte eine bessere 5-Jahres-Überlebensrate (GR1:67%; GR2:42%) und ein besseres mittleres Überleben (GR1:80,8 vs. 37,7 Monate; p=0,014). Bei gleicher Lokalrezidivrate (GR1:1,7%; GR2:0%) wurden in GR2 mehr Fernmetastasen (26,0% vs. 14,2%, p=0,079) diagnostiziert. Im Falle einer Metastasierung war die mittlere Zeit bis zur Metastasierung statistisch gleich (GR1: 19,1 Monate; GR2: 12,4 Monate; p=0.2).

Schlussfolgerung: Der Lymphknotenbefall ist ein negativer prognostischer Faktor für das Langzeitüberleben. Die Manschettenresektionen bei fortgeschrittener Lymphknoten-metastasierung führen nicht zu einer höheren Morbidität oder Mortalität.Auch bei fortgeschrittener Lymphknotenmetastasierung kann eine hohe R0-Resektionsrate, eine niedrige Lokalrezidivrate und ein gutes Langzeitüberleben erreicht werden.