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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

22.09. bis 24.09.2011, Düsseldorf-Kaiserswerth

V.A.C.®-Instill-Therapie – innovativer Einsatz in der septischen Thoraxchirurgie

Meeting Abstract

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  • Waldemar Schreiner - Uniklinik, Thoraxchirurgische Abteilung, Erlangen
  • Oliver Oster - Uniklinik, Thoraxchirurgische Abteilung, Erlangen
  • Manuela Hanika - Uniklinik, Thoraxchirurgische Abteilung, Erlangen
  • Horia Sirbu - Uniklinik, Thoraxchirurgische Abteilung, Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Düsseldorf, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocHS 10.2

DOI: 10.3205/11dgt18, URN: urn:nbn:de:0183-11dgt189

Veröffentlicht: 19. September 2011

© 2011 Schreiner et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Die V.A.C.®-Instill-Therapie ist ein softwaregesteuerter kontinuierlicher Reinigungsprozess der Wundinfektionen, die entweder der systemischen Antibiotikatherapie nicht optimal zugänglich oder mit Resistenzkeimen infiziert sind. Wir berichten über unsere Erfahrung und Indikationen im Bereich der septischen Thoraxchirurgie.

Methode: Die V.A.C.®-Instill-Therapie wurde in 8 Fällen durchgeführt. 3 Pat. hatten eine Radionekrose mit chronischer Sternumosteomyelitis (1-MRSA, 1- Finigoldia, 1-Staph.). In 3 Fällen lag ein chronisches Pleuraempyem mit Resthöhlenbildung vor (2-MRSA, 1-Streptokkoken). In 2 Pat. wurde ein akutes Pleuraempyem mit zusätzlich ausgedehnter Streptokokken-Infektion der Weichteile nachgewiesen. Die Spülung erfolgte in allen Fällen mit Lavasept. Wundabstriche wurden vor dem Beginn, nach der Beendigung der V.A.C.®-Instill-Phase und vor dem Wundverschluss durchgeführt. Als Verlaufskontrolle wurden eine regelmäßige Fotodokumentation und Laborkontrollen durchgeführt. Die Instillationsmenge wurde bilanziert, um eine Abflussstörung des Systems frühzeitig zu erkennen. (Die Präsentation beinhaltet eine Videodemonstration der Applikation).

Ergebnis: Es wurden keine Komplikationen beobachtet. Die Patienten waren subjektiv beschwerdefrei. Die V.A.C.®-Instill-Therapie wurde lief durchschnittlich über 6,4±1,9 Tage durchgeführt. Die mittlere Instillationszeit betrug 19,3±2,8 sec. Die Einwirkzeit betrug 18 min. Am Anfang der Therapie wurde bewusst eine kürzere Intervallsdauer auf die Kosten der Vakuumphase gewählt. In 2 Fällen (1-MRSA, 1-Finigoldia) wurde die V.A.C.®-Instill-Therapie im weiteren Verlauf wiederholt. Bei allen Pat. wurden vor dem sekundären Wundverschluss sterile Wundverhältnisse erzielt. Alle Wunde konnten erfolgreich sekundär verschossen werden. Es wurden keine Rezidivinfektionen beobachtet.

Zusammenfassung: Die V.A.C.®-Instill-Therapie ist ein innovatives Verfahren. Ziel der Anwendung ist die Kombination der Spül- und Vakuumtherapie als eine Kurztherapie, um eine möglichst schnelle Erradikation der Infektion zu ermöglichen.

Die oberflächliche Radionekrose und Superinfektion mit MRSA und die chronischen Empyemhöhle mit bakterieller Infektion sind wichtige Indikationen der V.A.C.®-Instill-Therapie.