gms | German Medical Science

Gemeinsame Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Gesellschaft für Thoraxchirurgie

07. - 09.10.2010, Wien (Österreich)

Von der Roboterlobektomie zur VATS-Lobektomie – Warum?

Meeting Abstract

  • T. Schmid - Universitätsklinik Innsbruck, Österreich
  • J. Bodner - Universitätsklinik Innsbruck, Österreich
  • P. Lucciarini - Universitätsklinik Innsbruck, Österreich
  • F. Augustin - Universitätsklinik Innsbruck, Österreich
  • H. Maier - Universitätsklinik Innsbruck, Österreich

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Österreichische Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Schweizerische Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Gemeinsame Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Wien, Österreich, 07.-09.10.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgtP20

DOI: 10.3205/10dgt049, URN: urn:nbn:de:0183-10dgt0493

Veröffentlicht: 30. September 2010

© 2010 Schmid et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: Wegen der rascheren Rehabilitation nach minimal invasiver im Vergleich zur offenen Technik nimmt das interesse an der VATS-Lobektomie deutlich zu. Wir sind diesem Trend zuerst mittels Roboter-assistierter thorakoskopischer Chirurgie (RATS = Gruppe 1) gefolgt und haben uns später für die konventionelle VATS-Lobektomie (Gruppe 2) entschieden. Im folgenden sollen die Gründe für diesen Paradigmenwechsel dargelegt werden.

Methodik: 26 Patienten wurden mittels RATS und 81 mittels VATS lobektomiert. In Gruppe 1 wurde sowohl der anteriore als auch der posteriore Zugang verwendet. In Gruppe 2 wurde nach der von Swanson bzw. Hansen beschriebenen Technik operiert. In beiden Gruppen erfolgten die Lobektomien ausschließlich über kleine Thorakozenthesen ohne Verwendung von Rippenspreitzern. Evaluiert wurden die OP-Dauer, die Konversionsfrequenz, die Bülaudrainagedauer, die Aufenthaltsdauer, sowie die postoperativen Komplikationen.

Ergebnisse: Das Durchschnittsalter betrug 65 jahre in der RATS-Gruppe vs. 63 jahre in der VATS-Gruppe. Mittels VATS wurden sämtliche Lappen reseziert, in der RATS-Gruppe nur Ober- bzw. Unterlappen, jedoch kein Mittellappen. 23 Pat. der Gruppe 1 und 64 Pat. der Gruppe 2 hatten ein NSCLC, die übrigen Operationen erfolgten wegen Metastasen anderer Primärtumore bzw. aus benignen Indikationen. Die OP-Dauer betrug median 228 Min. in Gruppe 1 vs. 183 Min. In Gruppe 2, die Konversionsrate war 19% vs. 5%. Die Bülaudrainagen wurden median 7 Tage in Gruppe 1 belassen vs. 5 Tage in Gruppe 2. Die Aufenthaltsdauer betrug median 11. bzw. 9 Tage. Majorkomplikationen wurden bei Roboteroprationen in 8% gesehen und in 7% bei VATS-Operationen.

Schlussfolgerungen: Die VATS-Lobektomie war in allen erhobenen Parametern der RATS-Technik überlegen. Wir werden deshalb unseren Patienten weiterhin die konventionelle minimal invasive Methode anbieten.