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Gemeinsame Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Gesellschaft für Thoraxchirurgie

07. - 09.10.2010, Wien (Österreich)

Entfernen der Thoraxdrainage: Von der Empirie zur objektiven Entscheidungsgrundlage

Meeting Abstract

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  • T. Kiefer - Klinikum Konstanz, Deutschland
  • C. Gugl - Medela Healthcare, Baar, Schweiz

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Österreichische Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Schweizerische Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Gemeinsame Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Wien, Österreich, 07.-09.10.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgtH6.3

DOI: 10.3205/10dgt029, URN: urn:nbn:de:0183-10dgt0297

Veröffentlicht: 30. September 2010

© 2010 Kiefer et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Nach wie vor ist für Thoraxchirurgen die Frage nach dem richtingen Zeitpunkt der Thoraxdrainage von großer Bedeutung. Neben dem Patienten-Komfort hat diese Entscheidung auch eine zunehmende ökonomische Bedeutung. Bisher wurde die Entscheidung im Wesentlichen auf Grund subjektiver Erfahrungswerte des jeweiligen Arztes getroffen. Einflussfaktoren für diese Entscheidung waren neben der persönlichen Überzeugung des behandelnden Arztes, das Drainagesystem sowie die medizinische/chirurgische Schule. Mit einem digitalen Drainagesystem hat der Arzt die Möglichkeit, diese Entscheidung noch auf andere Faktoren zu stützen. Das Drainagesysteme misst und dokumentiert verschiedene Daten im Therapieverlauf kontinuierlich und objektiv. Solche Daten ermöglichen es, ein standardisiertes Behandlungsprotokoll zu erstellen. Durch stetige Analyse der Behandlung kann der Arzt schließlich das Drainagemanagement in der Praxis optimieren.

Methodik: Grundlage des Protokolls, das vorgestellt, erläutert und diskutiert werden soll, ist neben den objektiven Daten die physikalische Formel zur Berechnung der Größe einer Leckage. Aus diesen Werten wurde eine Entscheidungs-Tabelle erarbeitet, die es möglich macht, Thoraxdrainagen in einem standardisierten Vorgehen zu managen und damit auch zu entfernen.

Ergebnisse: Die Grundlage für dieses Protokoll wird durch 100 Datensätze und eine Formel zur Berechnung der Größe der Leckage gebildet. Eine Skala von 1–4, dazugehörige Interpretationen und Maßnahmen erlauben ein einfaches Anpassen und ein schnelles Anwenden im klinischen Alltag.

Schlussfolgerungen: Der Umgang mit Thoraxdrainagen basierend auf objektiven Daten erlaubt eine sichere und oft frühere Entfernung der Drainage.

Disclosure: Berater der Firma Medela Healthcare, Baar, Schweiz