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18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

08.10. bis 10.10.2009, Augsburg

Identifizierung von Frührezidiven im p-Stadium I des NSCLC mittels Tumormarker-Index (TMI)

Meeting Abstract

  • Thomas Muley - Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg, Sektion Translationale Forschung, Heidelberg
  • Christa Traschütz - Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg, Sektion Translationale Forschung, Heidelberg
  • Hans Hoffmann - Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg, Sektion Translationale Forschung, Heidelberg
  • Hendrik Dienemann - Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg, Sektion Translationale Forschung, Heidelberg
  • Michael Thomas - Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg, Sektion Translationale Forschung, Heidelberg
  • Felix J.F. Herth - Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg, Sektion Translationale Forschung, Heidelberg
  • Michael Meister - Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg, Sektion Translationale Forschung, Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Augsburg, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocFO1.2

DOI: 10.3205/09dgt49, URN: urn:nbn:de:0183-09dgt494

Veröffentlicht: 20. November 2009

© 2009 Muley et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: CEA und CYFRA 21-1 sind etablierte Tumormarker beim nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC). Die prognostische Bedeutung dieser Marker wurde in zahlreichen Studien belegt. Eine Kombination beider Markern könnte die prognostische Wertigkeit deutlich verbessern. Kürzlich wurde von uns in einer retrospektiven Studie ein Algorithmus vorgeschlagen, mit dem eine erfolgreiche Verknüpfung zum neuen Parameter TMI (Tumormarker-Index) für die Risikobewertung bei operierten NSCLC Frühstadien gelingt. Ziel der vorliegenden prospektiven Studie war die Evaluation des TMI in einem Kollektiv von 113 operierter NSCLC Patienten hinsichtlich der Rezidiverkennung.

Methode: In die Studie wurden 113 Patienten (72 Männer/41 Frauen) mit primären Lungenkarziom (NSCLC) im p-Stadium I und komplettem Tumormarkerprofil eingeschlossen, die zwischen 03/2006 und 04/2008 operiert wurden (Votum 270/2001 Ethikkommission Heidelberg). 23 Patienten hatten eine adjuvante Chemotherapie erhalten. Die mediane Nachbeobachtung beträgt aktuell 14,3 Monate. In dieser Zeit sind bei 16 Patienten Rezidive aufgetreten. Die Tumormarker wurden präoperativ mit Immunoassays auf Elecsys 2010 Bioanalyzer (Roche Diagnostics, Mannheim) gemessen. Der TMI ist definiert als der geometrische Mittelwert der normalisierten Tumormarkermesswerte (Muley et al., Anticancer Res 24:1953–1956, 2004). Die statistischen Analysen wurden mit SPSS 15.0 (SPSS, Chicago, USA) und ADAM (DKFZ, Heidelberg) durchgeführt.

Ergebnis: Ab einem kritischen Schwellenwert des TMI von 0,58 war eine signifikant erhöhte Rate von Tumorrezidiven (2/53 vs 14/60, p=0,003) festzustellen verbunden mit einer deutlich verminderten rezidivfreien Überlebenszeit (p=0,009). Das relative Risiko war bei betroffenen Patienten um den Faktor 5,8 (95%CI: 1,3-25,7) erhöht. Die Rezidivrate war im Vergleich der histologischen Subtypen Adenokarzinom und Plattenepithelkarzinom ähnlich hoch (16,2% vs 15%, p=0,61).

Schlussfolgerung: Die Verknüpfung individueller Tumormarker mittels TMI-Algorithmus erweist sich als nützliches Werkzeug für die Prognoseabschätzung. Der TMI identifiziert operierte NSCLC-Patienten im p-Stadium I mit einem erhöhten Rezidivrisiko. Diese Patienten sind möglicherweise geeignete Kandidaten für eine adjuvante Chemotherapie.