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18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

08.10. bis 10.10.2009, Augsburg

Komplexe Rekonstruktion nach Resektion eines Cystosarcomaphylloides-Rezidivs

Meeting Abstract

  • Jörg Lindenmann - Chirurg. Universitätsklinik; Medizinische Universität Graz, Abteilung für Thoraxchirurgie und Hyperbare Medizin, Graz, Österreich
  • Veronika Matzi - Chirurg. Universitätsklinik; Medizinische Universität Graz, Abteilung für Thoraxchirurgie und Hyperbare Medizin, Graz, Österreich
  • Nicole Neuböck - Chirurg. Universitätsklinik; Medizinische Universität Graz, Abteilung für Thoraxchirurgie und Hyperbare Medizin, Graz, Österreich
  • Christian Porubsky - Chirurg. Universitätsklinik; Medizinische Universität Graz, Abteilung für Thoraxchirurgie und Hyperbare Medizin, Graz, Österreich
  • Udo Anegg - Chirurg. Universitätsklinik; Medizinische Universität Graz, Abteilung für Thoraxchirurgie und Hyperbare Medizin, Graz, Österreich
  • Hans Pinter - Chirurg. Universitätsklinik; Medizinische Universität Graz, Abteilung für Thoraxchirurgie und Hyperbare Medizin, Graz, Österreich
  • Alfred Maier - Chirurg. Universitätsklinik; Medizinische Universität Graz, Abteilung für Thoraxchirurgie und Hyperbare Medizin, Graz, Österreich
  • Freyja-Maria Smolle-Jüttner - Chirurg. Universitätsklinik; Medizinische Universität Graz, Abteilung für Thoraxchirurgie und Hyperbare Medizin, Graz, Österreich

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Augsburg, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocHS3.7

DOI: 10.3205/09dgt23, URN: urn:nbn:de:0183-09dgt234

Veröffentlicht: 20. November 2009

© 2009 Lindenmann et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Bei einer 54-jährigen Patientin war die linke Mamma aufgrund eines Cystosarcoma phylloides (pG3pT2pN0pM0pR0) ablatiert worden. Ein Lokalrezidiv nach 5 Monaten war weit im Gesunden excidiert worden, es erfolgte eine adiuvante externe Radiatio. Ein Jahr darauf fand sich ein großes, teilnekrotisches Lokalrezidiv an der linken Thoraxwand. Ziel des operativen Eingriffes war die Resektion in sano bei gleichzeitiger Stabilisierung und Deckung der Thoraxwand.

Methode: Im Thorax-CT und Angio-MR zeigte sich ein 11x7x9 cm großes Tumorrezidiv mit Infiltration der Pektoralismuskulatur und des linken Plexus brachialis assoziiert mit Tumoreinbruch in die linke V. subclavia und partieller Destruktion des Manubrium sterni sowie der ersten beiden Rippen. Es erfolgte eine en-bloc Resektion der oberen linken Thoraxapertur in sano, mit Exarticulation des Oberarms. Der 30x27 cm haltende Defekt in der Thoraxwand wurde mit 3 DCS-Platten stabilisiert und mit einem Prolene-Mesh über dem hochgezogenen Omentum majus verschlossen, die Deckung erfolgte mit einem frei anastomosierten Composite-graft aus dem amputierten linken Unterarm.

Ergebnis: Nach Extubation am nächsten Tag erfolgte 2 Tage später die Verlegung auf die Normalstation. Als Adjuvans wurden 20 Hyperbare Oxygenierungssitzungen nach dem Problemwundenschema nachgeschaltet. Am 26. postoperativen Tag erfolgte die Entlassung. Im weiteren Verlauf entwickelten sich Phantomschmerzen und Wundheilungsstörungen infolge von Thrombosen der Lappenplastik. Mehrere Sekundärdeckungen waren erforderlich, intermittierend wurde ein VAC-System implantiert. 10 Monate nach der erweiterten Resektion wurden 2 DCS-Platten und das Prolene-Netz entfernt. Der Defekt wurde mittels rechter Mamma und linksthorakalem Schwenklappen, sowie Spalthaut vom linken Oberschenkel gedeckt. 2 Jahre später traten beidseitige, disseminierte Lungenmetastasen auf. Eine Palliativchemotherapie wurde von der Patientin abgelehnt, die 56 Monate nach dem Ersteingriff verstarb.

Schlussfolgerung: Trotz komplexer Resektion war eine funktionell taugliche Rekonstruktion möglich, allerdings um den Preis multipler Folgeeingriffe. Das Ausbleiben eines weiteren Lokalrezidivs rechtfertigt jedoch die Radikalität.