gms | German Medical Science

18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

08.10. bis 10.10.2009, Augsburg

Freie Lappen zur Weichteildeckung nach Sternumresektion (Addendum)

Meeting Abstract

  • Thomas Bergmann - Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken, Klinik für Thoraxchirurgie, Wiesbaden, Germany
  • Servet Bölükbas - Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken, Klinik für Thoraxchirurgie, Wiesbaden, Germany
  • Henrik Menke - Klinikum Offenbach, Klinik für Thoraxchirurgie, Wiesbaden, Germany
  • Joachim Schirren - Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken, Klinik für Thoraxchirurgie, Wiesbaden, Germany

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Augsburg, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocHS3.5

DOI: 10.3205/09dgt21, URN: urn:nbn:de:0183-09dgt210

Veröffentlicht: 20. November 2009

© 2009 Bergmann et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Zielsetzung: Bei ausgedehnten Brustwandtumoren mit Sternuminfiltration wird die vollständige Resektion des Tumors, die physiologische und kosmetische Rekonstruktion sowie die Wiederherstellung der atemmechanischen Stabilität anhand eines interdisziplinären Therapiekonzeptes dargestellt. Es werden die Indikationen und die Technik der Brustwand- und Sternumresektion bei onkologischen Krankheitsbildern dargestellt sowie die Vorteile des prothetischen Sternumersatzes gegenüber biologischen, körpereigenen Materials erläutert.

Methode: In dem Zeitraum von 1998 bis 2008 wurden in der Klinik für Thoraxchirurgie insgesamt 23 Brustwand- und Sternumresektionen bei malignen Tumoren durchgeführt. Der überwiegende Anteil sind Patientinnen mit einem Brustwandrezidiv mit Sternuminfiltration eines vorbekannten Mammakarzinoms. Im Rahmen eines interdisziplinären, multimodalen Therapiekonzeptes erfolgte eine erweiterte Brustwand- und Sternumresektion mit plastischer Rekonstruktion in Zusammenarbeit mit der plastischen Chirurgie.

Ergebnisse: Alle Patienten erhielten eine Brustwandrekonstruktion mit einer „Sandwich-Plastik“ (Marlexmesh-Methylmetacrylat). Es wurden unterschiedliche Verfahren zur Weichteildefektdeckung angewendet. Die Wundheilung verlief bei allen Patienten per primam. Die Stabilität war unmittelbar postoperativ gegeben. Die Lungenfunktionsparameter waren postoperativ nahezu unverändert. Bei den malignen Tumoren (n=20) konnte bei 17 eine R0-Situation erreicht werden. Bei 3 lag eine R1-Resektion postoperativ vor. Das Langzeitüberleben ist abhängig von der aktuellen Situation des Primärtumors.

Schlussfolgerung: Brustwandtumoren umfassen eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Krankheitsbilder, die am Skelett und an den Weichteilen auftreten. Aus der Vielzahl unterschiedlicher Entitäten und Tumorausdehnungen ergibt sich für den Thoraxchirurgen die Notwendigkeit, für den Patienten ein individuelles Behandlungskonzept zu erarbeiten. Bei ausgedehnten Brustwandresektionen mit Entfernung des kompletten Sternums einschließlich der Sternoclaviculargelenke und angrenzender Weichteile ist eine enge interdisziplinäre Operationsplanung mit dem plastischen Chirurgen erforderlich. Die komplette Sternumresektion unter Mitnahme beider Sternoclaviculargelenke bei onkologischen Krankheitsbildern ist mit einem guten funktionellen und kosmetischen Ergebnis möglich.