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18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

08.10. bis 10.10.2009, Augsburg

Einführung der VAT-Lobektomie als Projekt der Personalentwicklung

Meeting Abstract

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  • Thomas Kyriss - Klinik Schillerhöhe, Thoraxchirurgie, Gerlingen
  • Stefanie Veit - Klinik Schillerhöhe, Thoraxchirurgie, Gerlingen
  • Godehard Friedel - Klinik Schillerhöhe, Thoraxchirurgie, Gerlingen

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Augsburg, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocHS1.3

DOI: 10.3205/09dgt03, URN: urn:nbn:de:0183-09dgt035

Veröffentlicht: 20. November 2009

© 2009 Kyriss et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Können neue Operationsverfahren wie z.B. die VAT-Lobektomie strukturiert eingeführt werden, und wie kann eine chirurgische Abteilung Fachärzte nach der Facharztprüfung ohne Beförderung halten? Lassen sich evtl. beide Ziele verbinden?

Methode: Die Einführungsphase der VAT-Lobektomie an einem thoraxchirurgischen Zentrum wird mit Vor- und Nachteilen beschrieben.

Ergebnis: Bislang führte nur der Chefarzt der thoraxchirurgischen Abteilung die VAT-Lobektomie bei benignen Erkrankungen in Einzelfällen durch. Das Verfahren sollte nun als Standardoperation zur Behandlung der frühen Stadien des Lungenkarzinoms in die Abteilung und zur Facharztausbildung eingeführt werden. 4–7/2008 Hospitation einer Assistenzärztin (Fachärztin für Thoraxchirurgie) im Cedars-Sinai Medical Center, Los Angeles. Nach ihrer Rückkehr führte die Ärztin von 8/08–4/09 in der 1. Einführungsphase assistiert vom leitenden Oberarzt 50 VAT-Lobektomien durch. Ab 6/09 bilden die beiden Ärzte der ersten Phase an je 25 Lobektomien einen Oberarzt bzw. Assistenzarzt aus. Ende 2009 werden damit 4 von 10 Ärzten der Abteilung die VAT-Lobektomie als neues Verfahren erlernt haben. Die Fachärztin, für die keine Oberarztstelle verfügbar war, erfuhr, betraut mit einem für die Abteilung bedeutsamen Projekt, einen fachlichen Aufstieg (sog. laterale Entwicklung bzw. Fachaufstieg). Nachteilig war, dass Lobektomien als Ausbildungsoperation vorübergehend nicht für Assistenzärzte in der Facharztausbildung zur Verfügung standen. Zukünftig kann die VAT Lobektomie nun als Standardverfahren neben der offenen Lobektomie in der Ausbildung zum Thoraxchirurgen vermitteln werden.

Schlussfolgerung: Es gelang in einem „bottom-up“ Ansatz sowohl ein neues Operationsverfahren einzuführen als auch eine Personal entwickelnde Maßnahme (Fachaufstieg) zu verbinden. Zwei wichtige strategische Ziele der Abteilung konnten in einem kombinierten Projekt umgesetzt werden.