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17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

11.09. bis 13.09.2008, Bremen

Therapiemöglichkeiten beim hepatischen Hydrothorax

Meeting Abstract

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  • J. Buermann - Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie Bonn
  • M. Kaminski - Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie Bonn
  • A. Hirner - Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie Bonn

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Bremen, 11.-13.09.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgt57

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgt2008/08dgt57.shtml

Veröffentlicht: 22. Oktober 2008

© 2008 Buermann et al.
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Gliederung

Text

Der hepatische Hydrothorax ist eine seltene und therapeutisch schwer in den Griff zu bekommende Komplikation der dekompensierten Leberzirrhose und betrifft etwa 5–10% aller Patienten, die einen therapierefraktären Aszites ausge-bildet haben. Ursächlich kommt es zu Flüssigkeitsverschiebungen aus dem Abdomen in den Pleuraspalt. Der zugrundeliegende Mechanismus ist nicht immer zu klären, entweder tritt eine Transsudation auf, oder es bildet sich eine transdiaphragmale Fistel aus. Auch strukturelle Veränderungen des Diaphragma wurden beschrieben. Das therapeutische Spektrum, mit dem Ziel die Zeit bis zu einer Lebertransplantation zu überbrücken, reicht von einer konsequenten Therapie des Aszites über die Anlge eines TIPS (tranjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt), Pleuraergusspunktionen oder Anlage einer Thoraxdrainage bis zu invasiven thoraxchirurgischen Verfahren. Bei der operativen Therapie nimmt heute die VATS (videoassistierte Thorakoskopie) als dignostisches und therapeutisches Verfahren die zentrale Rolle ein. Die Indikation zur operativen Therapie ist dann gegeben, wenn trotz konservativer Maßnahmen rezidivierend ein Hydrothorax auftritt und zur respiratorischen Insuffizienz der Patienten führt. Gelingt bei der VATS ein Fistelnachweis wird der Defekt übernäht, ansonsten eine Pleurodese durchgeführt.

Wir berichten über 3 Patienten mit einer äthyltoxischen Leberzirrhose im Stadium Child C mit therapierefraktärem Aszites und rezidivierenden rechts-seitigen Hydrothoraces, die über einen Zeitraum von 2–6 Monaten zu einer wiederholten respiratorischen Dekompensation führten. Die Ergußmenge betrug dabei zwischen 1,5 und 2,5 l. In der Umgebungsdiagnostik ergab sich kein Hinweis auf das Vorliegen einer malignen Erkrankung. Szintigraphisch gelang kein Nachweis einer peritoneopleuralen Fistel. Es wurde sodann eine diagnostische VATS rechts durchgeführt. Hierbei fanden sich weder eine Fistel noch strukturelle Veränderungen des Zwerchfells, so dass therapeutisch eine Talkumpleurodese vorgenommen wurde. Bei 2 Patienten traten Rezidivergüsse auf, die nach Analage einer zusätzlichen CT-gesteurten Thoraxdrainage mittels Proudrage über die liegende Thoraxdrainage erfolgreich therapiert werden konnten. Alle 3 Patienten konnten nach Entfernung der Thoraxdrainagen zwischen dem 7 und 10 postoperativen Tag in die ambulante Weiterbehandlung entlassen werden.