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17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

11.09. bis 13.09.2008, Bremen

Grenzen der minimal-invasiven Chirurgie bei Thymustumoren

Meeting Abstract

  • M. Swierzy - Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie Berlin
  • M. Ismail - Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie Berlin
  • J. I. Gregor - Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie Berlin
  • J. Neudecker - Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie Berlin
  • J. I. Rückert - Franziskus-Krankenhaus, Lehrkrankenhaus der Charité Berlin
  • P. Rogalla - Institut für Radiologie, Campus Mitte Berlin
  • J. M. Müller - Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie Berlin
  • J. C. Rückert - Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie Berlin

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Bremen, 11.-13.09.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgt44

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgt2008/08dgt44.shtml

Veröffentlicht: 22. Oktober 2008

© 2008 Swierzy et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die operative Therapie ist bei dem meisten mediastinalen Tumoren essentieller Bestandteil der multimodalen Therapie. Bisher gilt weitläufig das Dogma der Notwendigkeit einer medianen Sternotomie bei den Tumoren des vorderen Mediastinums, insbesondere bei Thymomen. Zunehmend wird jedoch eine thorakoskopische Operationstechnik für Thymome benutzt. Es gibt kaum Daten zur Entscheidung über die adäquate Operationstechnik bei Thymomen.

Methodik: Der Vergleich von thorakoskopischer (unilaterale 3-Trokar-Technik mit oder ohne da Vinci-Roboter-System) und konventioneller Operationstechnik erfolgte anhand einer prospektiven Datenanalyse der Behandlung von 94 Thymustumoren. Einschlusskriterium war das Einverständnis der Patienten sowie ein Stadium I–II nach der Masaoka-Klassifikation. Kriterien des Vergleiches waren das Gesamtüberleben, das Auftreten eines Tumor-Rezidivs sowie das Erreichen einer stabilen Vollremission bei Myasthenia Gravis. Diese Parameter wurden als kumulative Wahrscheinlichkeiten nach der Kaplan/Meier-Methode bestimmt. Die Morbidität beider Verfahren wurde verglichen. Anhand einer Literaturanalyse und des eigenen Vorgehens wurden die Voraussetzungen und Grenzen für eine minimal-invasive Operation bei Thymustumoren analysiert.

Ergebnisse: Es wurden im Zeitraum von 01/1983 bis 06/2008 94 Thymustumoren chirurgisch behandelt. Nach Ausschluss aller Patienten mit Thymuskarzinom, Thymusteratom sowie Thymom der Masaoka-Stadien III–IV verblieben 66 Patienten mit Stadium I–II nach Masaoka. Davon hätten nach Einzelfallanalyse 13 Patienten nicht minimal-invasiv operiert werden können. Somit wurden 27 Fälle thorakoskopischer Thymektomie mit 20 Fällen von Thymektomie über mediane Sternotomie verglichen. Es wurden keine Unterschiede bezüglich der kumulativen Überlebenszeiten, des Auftretens von Rezidiven der Thymome und der Remission der Myasthenie festgestellt. Die Entscheidung für die Operationstechnik wird von folgenden Faktoren bestimmt: Symptomatik, anatomischer Position, Größe, Komorbidität, Kriterien der Diagnostik, aber auch von chirurgischer Schule, kasuistischer und operationstechnischer Erfahrung.

Schlussfolgerung: Die Anwendung einer thorakoskopischen Technik bei Thymustumor ist aktuell mehr auf Erfahrung und überkommenen Regeln als auf Daten hoher Evidenz begründet. Erste vergleichende Analysen und Beobachtungsstudien thorakoskopischer Thymektomien lassen bei korrekter Auswahl der Tumoren keinen Nachteil, sondern patientenbezogen Vorteile erkennen.