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17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

11.09. bis 13.09.2008, Bremen

Einsatz von Klinikpfaden bei offen durchgeführten Lobektomien und Bilobektomien: Medizinische und ökonomische Auswirkungen

Meeting Abstract

  • T. Schattenberg - Chirurgische Universitätsklinik Mannheim
  • E. Rößner - Chirurgische Universitätsklinik Mannheim
  • U. Ronellenfitsch - Chirurgische Universitätsklinik Mannheim
  • S. Post - Chirurgische Universitätsklinik Mannheim
  • P. Hohenberger - Chirurgische Universitätsklinik Mannheim
  • M. Schwarzbach - Chirurgische Universitätsklinik Mannheim

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Bremen, 11.-13.09.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgt27

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgt2008/08dgt27.shtml

Veröffentlicht: 22. Oktober 2008

© 2008 Schattenberg et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Analyse der medizinischen und ökonomischen Auswirkungen durch den Einsatz von Klinikpfaden (clinical pathway, CP) für Lobektomien und Bilobektomien (LBE) an einem deutschen Universitätsklinikum.

Methodik: Zwischen April 2007 und Juni 2008 wurden 41 Patienten nach CP für LBE behandelt (medianes Alter 65 Jahre). Daten zu LBE, die von 2005 bis März 2007 vor Implementierung von CPs durchgeführt wurden, dienten als Kontrollgruppe (n = 44, medianes Alter 66 Jahre). Die Patientendaten vor Einführung der CP wurden retrospektiv gesammelt, die Datenerfassung zur CP Gruppe erfolgte prospektiv.

Ergebnis: Vor Einführung der CP wurden 44 Patienten mittels LBE behandelt, und 41 Patienten wurden nach CP therapiert. Medizinische Auswirkungen der CP: Zentrale Venenkatheter wurden in 90 % eingesetzt (zuvor 41 %). Schmerzmedikation und Mobilisation wurde zu 92 % erreicht, wie im CP aufgeführt (zuvor 34 %). Thoraxdrainagen wurde in der CP Gruppe früher entfernt, verglichen mit der Gruppe vor CP Implementierung. In der CP Gruppe betrug der Median der Krankenhausverweildauer 13 Tage (range 5 – 49 Tage), in der Gruppe vor Einsatz von CPs 16 Tage (range 9 – 56 Tage). Dies bedeutete eine Reduktion von 4 Tagen (25 %, p < 0.05). Das perioperative Outcome (Mortalität, Morbidität, Wiedereinweisungen) blieb unverändert. Die Kostenrechnung der variablen Kosten, die durch die Krankenhausverweildauer beeinflusst wurden (Intensivstation, Normalstation, Radiologie, Klinische Chemie) zeigten eine signifikante Kostenreduktion um 2152 Euro pro Fall.

Schlussfolgerung: Während der frühen Phase des Einsatzes von CPs für LBE verbesserten sich Qualität und Standard der Versorgung. Obwohl die Länge der Krankenhausverweildauer signifikant gesenkt werden konnte, ergab sich keine Verschlechterung des perioperativen Outcome hinsichtlich Mortalität, Morbidität oder Wiedereinweisungen. Patienten die nach CP behandelt wurden, profitierten von einer kürzeren Verweildauer. Vorteile für das Krankenhaus sind eine höhere Kosteneffektivität und vermehrte Einsparungen. Diese frühe Analyse zeigt, dass der Einsatz von CP für LBE nicht nur für die medizinische Versorgung von Patienten, sondern auch für ein ökonomisches Case Management an einer deutschen Universitätsklinik vorteilhaft ist.