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16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

04.10. - 06.10.2007, Konstanz

Perioperative Komplikationen nach neoadjuvanter Therapie beim fortgeschrittenen Bronchialkarzinom – Spielt das Alter eine Rolle?

Meeting Abstract

  • Volker Steger - Klinik Schillerhöhe, Thoraxchirurgie, Gerlingen
  • Thorsten Walles - Klinik Schillerhöhe, Thoraxchirurgie, Gerlingen
  • Tobias Walker - Klinik Schillerhöhe, Thoraxchirurgie, Gerlingen
  • Stefanie Veit - Klinik Schillerhöhe, Thoraxchirurgie, Gerlingen
  • Thomas Kyriss - Klinik Schillerhöhe, Thoraxchirurgie, Gerlingen
  • Godehard Friedel - Klinik Schillerhöhe, Thoraxchirurgie, Gerlingen

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Konstanz, 04.-06.10.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc07dgtV19

DOI: 10.3205/07dgt50, URN: urn:nbn:de:0183-07dgt501

Veröffentlicht: 22. März 2010

© 2010 Steger et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Evaluation der perioperativen Komplikationen nach neoadjuvanter Therapie beim NSCLC Stadium IIIA und IV.

Methode: Zustimmung der Ethik-kommission liegt vor. Retrospektive Analyse von 104 Patienten (OP zwischen 3/85-5/06). UICC Stadien bei Therapiebeginn: IIIa:n=30, IIIb:n=72, IV:n=2. 99 erhielten eine Radio-Chemotherapie, 5 Patienten eine isolierte Radiotherapie als neoadjuvantes Konzept. Ausgewertet wurde in 2 Gruppen: Gruppe A Alter >60 Jahre, Gruppe B Alter <60 Jahre.

Ergebnis: 104 (A:37, B:67) Patienten (w:19, m:85) erhielten 49 Lobektomien(A: 21, B: 28), 6 Bilobektomien (A:2,B:4) und 49 Pneumonektomien (A:14, B:35). Bei 24 (21,2%) war eine Manschettenoperation notwendig, 76 (73,1%) wurden erweitert reseziert. Die Komorbidität (KHK, Niereninsuffizienz, Diabetes) lag bei 15,4% (A:32.4%, B:6.0%, p<0.001). Bei 61 Patienten (A: 25, B: 36, p=n.s.) war der postoperative Verlauf kompliziert. 9 Patienten wurden reoperiert, 8 Patienten (A: 3, B: 5, p=n.s.) aufgrund einer Nachblutung, 1 (A:0, B:1) bei Stumpfinsuffizienz. 35 Patienten zeigten Rhythmusstörungen (A:19, B:16, p=0.009), 1 erlitt einen Herzinfarkt (A:0, B:1), 11 zeigten eine symptomatische Herzinsuffizienz (A:5, B:6, p=n.s.). 5 zeigten zentralneurologische (TIA/ PRIND) Symptome (A:2, B:3, p=n.s.) ohne dauerhafte Residuen. 24 Patienten hatten bronchopulmonale Infektionen mit positiven Keimnachweis (A:9, B:15, p=n.s.), 6 zeigten ein Pleuraempyem (A:3, B:3, p=n.s.). 17 benötigten bronchoskopische Absaugungen (A:7, B:10, p=n.s.), 13 zeigten eine respiratorische Insuffizienz (A:7, B:7, p=n.s.) wovon 10 reintubiert (A:4, B:6, p=n.s.) wurden bei 1 ARDS (A:0, B:1) und 6 ALI (A:3, B:3, p=n.s.). Luftverluste über 5 Tage waren bei 11 Patienten vorhanden (A:4, B:7, p=n.s.). Kein Patient musste dialysiert oder hämofiltriert werden. Keiner entwickelte eine Lungenembolie. Die Verweildauer auf der Intensivstation lag im Mittel bei 6 Tagen (A:6, B:6, p=n.s.) Der durchschnittliche postoperative Aufenthalt war 21.6 Tage (A:26, B:19, p=n.s.). Die 30/60/90-Tage-Mortalität bzw. Krankenhausletalität liegt bei 3/8/14 bzw. 5 in der Gesamtgruppe. Gruppe A: 0/3/7 bzw. 2, Gruppe B: 3/5/7 bzw. 3, jeweils ohne signifikanten Unterschied.

Schlussfolgerung: Trotz signifikant erhöhter Komorbidität und verlängertem postoperativen Krankenhausaufenthalt zeigte die Gruppe der über 60 jährigen lediglich eine signifikant erhöhte Rate an behandlungsbedürftigen Herzrhythmusstörungen. Auch das Krankenhausletalitätsrisiko zeigt keinen signifikanten Unterschied zwischen den Altersgruppen und liegt mit 4,8%, bei 47% Anteil Pneumonektomien, im akzeptablen Rahmen.