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16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

04.10. - 06.10.2007, Konstanz

Seltene Komplikation bei der Varidase-Therapie des Pleuraempyems

Meeting Abstract

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  • Alexandra Schramm - Evangelische Lungenklinik Berlin, Klinik für Thoraxchirurgie, Berlin
  • Johannes Merk - Evangelische Lungenklinik Berlin, Klinik für Thoraxchirurgie, Berlin
  • Wolfram Klemm - Evangelische Lungenklinik Berlin, Klinik für Thoraxchirurgie, Berlin
  • Gunda Leschber - Evangelische Lungenklinik Berlin, Klinik für Thoraxchirurgie, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Konstanz, 04.-06.10.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc07dgtV5

DOI: 10.3205/07dgt36, URN: urn:nbn:de:0183-07dgt363

Veröffentlicht: 22. März 2010

© 2010 Schramm et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Im Rahmen der nicht-operativen Therapie des Pleuraempyems ist eine bewährte Methode die lokale Lysetherpie mittels intrathorakaler Instillation von Varidase. Bei Varidase, einer Mischung von Streptokinase und -dornase, taucht immer wieder die Frage nach Komplikationen auf. Die Literaturrecherche ergibt als einzige publizierte Komplikationen dieses Verfahrens vereinzelte allergische Reaktionen und Blutungen. Wir haben bei einem Patienten während der Varidase-Instillation eine TIA beobachtet und berichten über diese bisher noch nicht beschriebene Komplikation berichten.

Fallbeschreibung: Der Patient stellte sich mit erneuten rechtsthorakalen Schmerzen und Husten bei extern erfolgter Drainagetherapie eines Pleuraempyems rechts vor. Es war in reduziertem Allgemeinzustand mit einer leichten Anisokorie linksführend bei seitengleicher Pupillenreaktion. Aufgrund des Allgemeinzustandes des Patienten entschieden wir uns gegen ein operatives Vorgehen und begannen die konservatives Therapie mit Varidase. Während der intrathorakaler Instillation kam es zum Auftreten einer unklaren neurologischen Symptomatik mit einer linksseitigen Hypästhesie bei seitengleicher grober Kraft. Die hinzugezogenen neurologischen Kollegen konnten klinisch eine TIA nicht sicher ausschließen. In der Bildgebung konnte ein akutes Geschehen im Sinne einer Blutung oder eines Apoplexes ausgeschlossen werden. Das postinterventionelle Röntgenbild zeigte ein akzeptables Ergebnis bei bestehender Restschwarte. Die Laborparameter normalisierten sich soweit, daß die Antibiose beendet werden konnte. Nach der Entfernung der Thoraxdrainage wurde der Patient in die weitere häusliche Versorgung entlassen.

Als Ursache der TIA stehen verschiedene Möglichkeiten im Raum. Zum einen ist eine Gasembolie, ein abgeschwemmter Embolus oder die Varidase selber mit der ihr eigenen lytischen Wirkung sind denkbare Erklärungen. Die genaue Ursache lies sich nicht klären.

Zusammenfassung: Bei erhöhtem Operationsrisiko ist die Drainagetherapie in Kombination mit Varidaseinstillation die Therapie der Wahl. Durch fibrinolytische Aktivität können Septen gelöst werden. Die beobachtete Komplikation einer TIA unter Varidase ist eine Rarität, deren Ätiologie nicht sicher geklärt werden konnte.