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16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

04.10. - 06.10.2007, Konstanz

Standardisierte Behandlung des Pleuraempyems mittels VATS

Meeting Abstract

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  • Holger Höfken - Klinikum Bremen-Ost, Klinik für Thoraxchirurgie, Bremen
  • Katrin Welcker - Klinikum Bremen-Ost, Klinik für Thoraxchirurgie, Bremen
  • Shadi Hamouri - Klinikum Bremen-Ost, Klinik für Thoraxchirurgie, Bremen
  • Erich Hecker - Klinikum Bremen-Ost, Klinik für Thoraxchirurgie, Bremen

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Konstanz, 04.-06.10.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc07dgtV2

DOI: 10.3205/07dgt33, URN: urn:nbn:de:0183-07dgt330

Veröffentlicht: 22. März 2010

© 2010 Höfken et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das parapneumonische Pleuraempyem ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die mit der ersten Behandlungsstrategie eine höchste Wahrscheinlichkeit der Sanierung erfahren sollte.

Methodik: Patienten, die an einem Pleuraempyem erkrankt waren, wurden alle nach initialem CT des Thorax mittels videoassistierter Thorakoskopie (VATS) versorgt. Die operative Strategie im Stadium I-III erfolgte durch Debridement und Lavage der Pleurahöhle sowie anschließende, täglich einmalige Spülung der Pleurahöhle über sieben Tage mit jeweils 1000ml Ringer-Spüllösung®. Im Stadium II erfolgte ggf. zusätzlich die Dekortikation der Lunge, im Stadium III wurde die Lunge immer dekortiziert, ggf. unter gleichzeitiger parietaler Pleurektomie. Die Spülbehandlung wurde beendete, wenn nach siebentägiger Spültherapie in drei aufeinander folgenden Abstrichen aus den Spüldrainagen keine bakterielle Kontamination mehr nachgewiesen werden konnte. Eine antibiotische Therapie erfolgte nur, wenn zum Zeitpunkt der OP in der CT noch eine Pneumonie bestand.

Ergebnisse: Von 2003 bis 2006 wurden bei 181 Patienten 195 Pleuraempyeme operativ versorgt. Stadium I: n=17, Stadium II: n=160, Stadium III: n=12. Im Stadium I betrug die Erfolgsquote der oben genannte Primärtherapie 87,5% (Verweildauer 22d), im Stadium II 70,6% (Verweildauer 23d) und im Stadium III 87,5% (Verweildauer 26d). Im Stadium II mussten 35 Patienten per VATS revidiert werden, alle Patienten konnten dadurch saniert werden. Im Stadium III erfolgte keine Revision per VATS, jedoch mussten 4 Patienten offen revidiert werden. 33 der operierten (davon 16 der revidierten) Patienten verstarben im Verlauf im septischen Multiorganversagen, die übrigen genasen vollständig.

Schlussfolgerung: Die videoassistierte Thorakoskopie ist ein schnell anzuwendendes, effektives Verfahren für sämtliche Stadien des parapneumonischen Pleuraempyems. Wir empfehlen in unserem Klinikum allen Patienten die VATS als Primärtherapie.