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16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

04.10. - 06.10.2007, Konstanz

Die Applikation eines autologen Fibrinklebers bei LVRS reduziert signifikant die Drainage-Dauer – eine prospektiv randomisierte Studie

Meeting Abstract

  • C. Moser - Universität Zürich, Klinik für Thoraxchirurgie, Zürich, Schweiz
  • I. Opitz - Universität Zürich, Klinik für Thoraxchirurgie, Zürich, Schweiz
  • W. Zhai - Universität Zürich, Klinik für Thoraxchirurgie, Zürich, Schweiz
  • V. Rousson - Universität Zürich, Klinik für Thoraxchirurgie, Zürich, Schweiz
  • E. W. Russi - Universität Zürich, Klinik für Thoraxchirurgie, Zürich, Schweiz
  • W. Weder - Universität Zürich, Klinik für Thoraxchirurgie, Zürich, Schweiz
  • D. Lardinois - Universität Zürich, Klinik für Thoraxchirurgie, Zürich, Schweiz

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Konstanz, 04.-06.10.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc07dgtF9

DOI: 10.3205/07dgt31, URN: urn:nbn:de:0183-07dgt312

Veröffentlicht: 22. März 2010

© 2010 Moser et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Prolongierte Luftfistelungen nach Lungenvolumenreduktions-Eingriffen (LVRS) für ein terminales Lungenemphysem werden in bis zu 50% der Fälle beschrieben und können mit ernsthaften Komplikationen im Zuge der verlängerten Immobilisierung assoziiert sein. Das Ziel der vorliegenden Studie war es, den Effekt einer intraoperativen Applikation eines autologen Fibrinklebers auf die Drainage-Dauer nach LVRS zu evaluieren.

Patienten und Methoden: Zwischen Juni 2005 and Dezember 2006, wurde bei 22 Patienten (5 Männer, 17 Frauen) mit einem Durchschnittsalter von 62 Jahren (41-82) eine bilaterale thorakoskopische LVRS durchgeführt. Bei jedem Patienten wurden randomisiert unilateral 4ml eines kommerzialisierten autologen Fibrinkleber (Vivostat®) entlang der Klammernahtreihe appliziert, wohingegen kontralateral keine zusätzlichen Massnahmen unternommen wurden, so dass auf 22 Seiten der Fibrinkleber angewendet wurde und auf den restlichen 22 Seiten nichts. Die Randomisierung wurde jeweils am Ende der Resektion auf der ersten Seite vorgenommen. Systematisch wurden zwei Thoraxdrainagen auf jeder Seite inseriert. Postoperativ wurde die Luftfistelung semiquantitativ von zwei geblindeten, unabhängigen Untersuchern mit Hilfe eines Schweregrad-Scores (0=keine Fistelung; 4=kontinuierliche schwere Fistelung) erhoben. Die letzte Thoraxdrainage wurden entfernt sobald keine Fistelung mehr vorhanden war. Die statistische Analyse wurde mit Hilfe des Wilcoxon test durchgeführt.

Ergebnisse: Zum ersten Beobachtungszeitpunkt (2h postoperativ) wurden folgende Schweregrade der Luftfistelung erhoben (Tabelle 1 [Tab. 1]). Der durchschnittliche Schweregrad-Score während der ersten 48h postoperativ war bei beiden Untersuchern unabhängig von der Länge der Klammernahtreihe signifikant geringer auf der Vivostat®-Seite (4.7±7.9) im Vergleich zu der unbehandelten Seite (15.4±10.5 ) (p<0.001). Die durchschnittliche Länge der Drainage-Dauer wurde ebenfalls signifikant durch die Applikation des Fibrinklebers reduziert (3.4±2.4 d vs. 5.4±3.2 d, p< 0.03). Komplikationen wurden keine beobachtet.

Schlussfolgerung: Die Applikation des autologen Fibrinklebers Vivostat® entlang der Klammernahtreihe während einer LVRS reduziert signifikant die Drainage-Dauer.