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16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

04.10. - 06.10.2007, Konstanz

Ist die konservative Therapie des Spontanpneumothorax noch gerechtfertigt?

Meeting Abstract

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  • Jürgen Sklarek - Asklepios Fachkliniken München Gauting, Thoraxchirurgie, Gauting
  • Michael Lindner - Asklepios Fachkliniken München Gauting, Thoraxchirurgie, Gauting
  • Hauke Winter - Asklepios Fachkliniken München Gauting, Thoraxchirurgie, Gauting
  • Rudolf Hatz - Asklepios Fachkliniken München Gauting, Thoraxchirurgie, Gauting

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Konstanz, 04.-06.10.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc07dgtP19

DOI: 10.3205/07dgt19, URN: urn:nbn:de:0183-07dgt196

Veröffentlicht: 22. März 2010

© 2010 Sklarek et al.
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Gliederung

Text

Die konservative Therapiebeim Erstereignis eines primären Spontanpneumothorax mittels einer Bülaudrainage haben wir in unserer Klinik zu Gunsten der videothorakoskopischen Bullaresektion und Pleurektomie verlassen. Die hohe Rezidivrate nach Drainagetherapie von über 30% sowie die sekundäre Operation beim Misslingen der konservativen Therapie haben uns bewogen den Patienten die primäre Operation als Therapie der Wahl vorzuschlagen ohne ihnen aber die Möglichkeit der Drainagetherapie vorzuenthalten. In den Jahren 2004–2006 haben wir 53 Patienten mit dem Erstereignis eines primären Spontanpneumothorax behandelt. Bis auf 3 Fälle, die primär operativ versorgt wurden (1x beidseitiger Pneumothorax 2x Taucher) erfolgte die primäre Therapie durch Anlegen einer Bülaudrainage. In 22% der Fälle musste nach mehr als 4-tägiger Sogtherapie eine Operation wegen einer persistierender Fistel oder einer nicht entfalteten Lunge durchgeführt werden. In 2 Fällen erfolgte eine Revision wegen einer Nachblutung, in weiteren zwei eine Reintervention wegein einer über den 10ten Tag hinaus persistierenden Fistel. Die durchschnittliche Liegedauer lag in diesem Kollektiv bei 7,9 Tagen. Bei den primär konservativ behandelten Patienten lag die Rezidivrate innerhalb von 2 Jahren bei 14,6%.

Seit 04/2006 haben wir 27 Patienten wegen eines primären Spontanpneumothorax behandelt. 8 Patienten wurden entsprechend Ihres eigenen Wunsches konservativ mit Drainage behandelt, davon wurde In 3 Fällen die Operation sekundär notwendig, in einem Fall trat ein Rezidiv innerhalb eines Jahres auf.

Bei den primär operierten Patienten erfolgte in einem Fall eine Revision wegen einer Nachblutung, in einem anderen Fall wegen einer persistierenden Fistel. Ein Rezidiv trat bisher nicht auf.

Die durchschnittliche Liegezeit in diesem Kollektiv lag bei 5,8 Tagen.

In Anbetracht der kürzeren Verweildauer im Zeitalter der DRG, aber auch des deutlich geringeren Rezidivrisikos und der persönlichen Angst der Patienten vor einem Rezidiv im Rahmen von Flugreisen oder während sportlicher Betätigung ist bei geringer Morbidität die primäre operative Therapie des Spontanpneumothorax als Therapie der Wahl.