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15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

27.04. bis 29.04.2006, Weimar

Erfahrungsbericht über 5 Jahre NUSS-Thorakoplastik - Komplikationen, Analgesiekonzept, Rehabilitationsprogramm

Meeting Abstract

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  • A. Schneider - Leipzig
  • K. Rothe - Leipzig
  • corresponding author U. Bühligen - Klinik und PK für Kinderchirurgie, Universitätsklinikum Leipzig AöR, Kindertraumatologie, Leipzig

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Weimar, 27.-29.04.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgt51

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgt2006/06dgt51.shtml

Veröffentlicht: 26. April 2006

© 2006 Schneider et al.
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Gliederung

Text

Die Thorakoplastik nach Donald Nuss hat die offenen Korrekturverfahren im Kindesalter weitestgehend abgelöst. Die Ursachen liegen in der wesentlich geringeren Invasivität, kleineren Narben und höherer Sicherheit. Die Akzeptanz des Verfahrens nimmt weiter zu, obwohl bisher wenige Langzeitstudien, insbesondere zur Stabilität des Ergebnisses vorliegen.

Seit 2001 führen wir in Leipzig die Thorakoplastik nach Nuss durch. In diesem Zeitraum haben wir 25 Kinder, davon 2 Mädchen korrigiert. Das durchschnittliche Alter betrug 14,47 Jahre (9-22 Jahre). Wir berichten über die Akut- und Spätkomplikationen. Akute Komplikationen umfassten u.a. Pleura- und Perikardergüsse, Pneumothoraces und Materialdislokation. Späte Komplikationen waren ebenfalls Materialdislokation, persistierende Schmerzen und Spannungsgefühle sowie ein kosmetisch unbefriedigendes Ergebnis. Eine fragliche Allergie wurde gesehen, Infektionen traten bei keinem Patienten auf. Als wesentliche Voraussetzungen einer erfolgreichen Korrektur erachten wir ein konsequentes Analgesiekonzept und eine Physiotherapie zur schnellen Rehabilitation. Die p.o. Analgesie sollte stufenweise und multimodal erfolgen und kommt bis zum Erreichen der vollen Beweglichkeit in Betracht. Primär kommen Opiat-PCA und periphere Analgetika in Frage, später retardierte NSAID.

Die Physiotherapie sollte bereits 3 Monate vor der Korrektur beginnen und auf die Kräftigung der rumpfnahen Muskulatur ausgerichtet sein, postoperativ sollte die schnelle Aktivierung der Atemhilfsmuskulatur/Thoraxmotorik und die Haltungskontrolle im Vordergrund stehen.

Zusammenfassend stellt die Thorakoplastik nach Nuss ein sicheres und akzeptiertes Verfahren zur Korrektur der Trichterbrust im Kindesalter dar. Die kosmetischen Ergebnisse sind in ca. 93% gut. Wesentliche Voraussetzungen bilden ein prä- und postoperatives Physiotherapieprogramm und eine suffiziente p.o. Analgesie. Im Interesse aussagefähiger Langzeitergebnisse zur Beurteilung der Methode sollten alle operierten Kinder jahrelang nachbetreut werden.