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15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

27.04. bis 29.04.2006, Weimar

Prognostische Bedeutung eines Tumormarkerindex (TMI) basierend auf CYFRA 21-1 und CEA beim operierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom

Meeting Abstract

  • corresponding author T. Muley - Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg, Chirurgie - Sektion Translationale Forschung, Heidelberg
  • H. Fetz - Heidelberg
  • S. Scholz - Heidelberg
  • M. Meister - Heidelberg
  • H. Hoffmann - Heidelberg
  • H. Dienemann - Heidelberg
  • W. Ebert - Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Weimar, 27.-29.04.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgt15

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgt2006/06dgt15.shtml

Veröffentlicht: 26. April 2006

© 2006 Muley et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der Tumormarkerindex (TMI) wird durch einen Algorithmus ermittelt, der die beiden wichtigsten Tumormarker des NSCLC, nämlich CYFRA21-1 und CEA, zum Zwecke der prognostischen Abschätzung in einer neuen Variablen zusammenfasst (Anticancer Res 2004, 24:1953-56). Das Ziel dieser Untersuchung war es, die prognostische Wertigkeit des TMI an einen erweiterten Kollektiv operierter NSCLC Patienten zu überprüfen.

Methoden: 735 NSCLC Patienten nach R0 Resektion, die zwischen 1995 und 2002 ausschließlich operativ behandelt wurden, gingen in die Studie ein. 448 Patienten waren im p-Stadium I und 287 im p-Stadium II. CYFRA 21-1 und CEA wurden mit kommerziell erhältlichen Testkits (Boehringer/Roche, Mannheim) gemessen. Der TMI ist der geometrischen Mittelwert der normierten CYFRA21-1 und CEA -Werte eines jeden Patienten (Anticancer Res 2004, 24:1953-56). Die Überlebensanalysen wurden nach der Methode von Kaplan und Meyer, die multivariate Analyse mittels Cox-Regression durchgeführt.

Ergebnisse: Patienten mit einem TMI Wert kleiner 0,54 hatten eine hochsignifikant bessere 5-Jahres-Überlebensrate (medianes Überleben) verglichen mit Patienten mit einem TMI Wert größer 0,54: 70,2% (93 Monate) versus 54,7% (76 Monate), p<0,001. Der Effekt des TMI war am deutlichsten in der Subgruppe der p-Stadium I Patienten. Die 3-Jahresüberlebensrate (5 J-ÜR) war 86,3% (76,1%) bei einem TMI kleiner als 0,54 und 71,1% (58,8%) bei einem TMI größer 0,54 (p=0.001). In der multivariaten Analyse für das Stadium I war ein erhöhter TMI-Wert (>0,54) ein signifikanter Prognosefaktor mit einem relativen Risiko von 2,0 (95% CI: 1,3-3,1).

Schlussfolgerung: Mittels TMI können Patienten mit guter von denjenigen mit schlechter Prognose unterschieden werden. Der Wert des TMI, alleine oder in Kombination mit weiteren Prognosefaktoren, als Stratifizierungsmarker um Patienten für adjuvante Chemotherapie zu empfehlen, sollte in prospektiven Studien überprüft werden.