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15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

27.04. bis 29.04.2006, Weimar

Chylothorax nach onkologischer Ösophagusresektion: Ist eine prophylaktische Ductus thoracicus-Ligatur sinnvoll?

Meeting Abstract

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  • corresponding author M.A. Rudl - Universitätsklinik Giessen und Marburg, Standort Giessen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-,Thorax-, Transplantations- und Kinderchirurgie, Giessen
  • H. Janßen - Giessen
  • W. Padberg - Giessen

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Weimar, 27.-29.04.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgt09

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgt2006/06dgt09.shtml

Veröffentlicht: 26. April 2006

© 2006 Rudl et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der postoperative Chylothorax nach onkologischer Ösophagusresektion ist eine seltene, aber folgenreiche Komplikation, welche zu schweren respiratorischen, immunologischen sowie nutritiven Störungen führen kann. Einige Autoren befürworten daher prophylaktisch eine Ligatur des Ductus thoracicus. Ziel dieser retrospektiven Studie ist die Erfassung der Inzidenz des Chylothorax nach onkologischer Ösophagusresektion und Darstellung der Therapie.

Methodik: Im Zeitraum von 03/03 bis 08/05 wurden insgesamt 43 Patienten elektiv an einem resektablen Ösophaguskarzinom operiert. Bei 8 der 43 Patienten erfolgte im Rahmen der onkologischen Ösophagusresektion prophylaktisch eine Ligatur des Ductus thoracicus supradiaphragmal. Alle 8 Patienten mit einer elektiven Ligatur des Ductus thoracicus wurden einer onkologischen, abdomino-thorakalen Ösophagusresektion mit intrathorakaler Anastomose zugeführt. Bei den 35 Patienten ohne elektive Ductus-thoracicus-Ligatur erfolgte bei einem Patienten eine transhiatale, bei 30 eine abdomino-thorakale sowie bei 4 eine abdomino-thorako-cervikale Ösophagusresektion.

Ergebnisse: Bei allen 8 Patienten, bei denen im Rahmen der onkologischen Ösophagusresektion elektiv eine Ligatur des Ductus thoracicus erfolgte, trat kein Chylothorax auf. 3 der 35 Patienten ohne elektive Ligatur des Ductus thoracicus erlitten einen rechtsseitigen Chylothorax (Chylothoraxinzidenz 9%, insgesamt 8%), bei diesen 3 Patienten erfolgte jeweils eine abdomino-thorakale Ösophagusresektion mit intrathorakaler Anastomose. Der Chylothorax wurde an den postoperativen Tagen 9,11 und 12 diagnostiziert, bei allen 3 Patienten musste bei einem persistierenden Chylothorax trotz konservativer Therapie eine Rethorakotomie mit Ligatur des Ductus thoracicus supradiaphragmal erfolgen, der Chylotohorax konnte hiermit bei allen 3 Patienten erfolgreich behandelt werden.

Diskussion und Folgerung: Wenn auch der Chylothorax nach onkologischer Ösophagusresektion selten ist, so geht er doch mit einer erhöhten Morbidität einher. Ferner muß bei Patienten, bei denen bewusst aufgrund eines erhöhten Operationsrisikos eine transhiatale Ösophagusresektion mit Verzicht auf eine Thorakotomie durchgeführt wurde, später doch eine Thorakotomie bei einem persistierenden Chylothorax geplant werden. Es ist zu überlegen, ob nicht bereits prophylaktisch während der onkologischen Ösophagusresektion eine Unterbindung des Ductus thoracicus bei allen Patienten stattfinden sollte, zumal die Nachteile einer Ligatur des Ductus thoracicus zu vernachlässigen sind. Postoperative Morbidität sowie Krankenhausverweildauer können reduziert, risikoreiche Revisionseingriffe - in unserer Studie 3 Rethorakotomien - vermieden werden.