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15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

27.04. bis 29.04.2006, Weimar

Operative bzw. konservative Therapie bei flail chest - Ergebnisse und funktionelle Aspekte

Meeting Abstract

  • corresponding author A. Boseila - Evangelisches Krankenhaus Nord, Thoraxchirurgie, Duisburg
  • M. Abd ElAal - Duisburg
  • E. Emam - Duisburg
  • A. Shalaby - Duisburg
  • A. Granetzny - Duisburg

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Weimar, 27.-29.04.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgt02

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgt2006/06dgt02.shtml

Veröffentlicht: 26. April 2006

© 2006 Boseila et al.
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Gliederung

Text

Einführung: Ob die Behandlung der sog. Dreschflegel-Lunge (flail chest) konservativ oder chirurgisch erfolgen sollte, wird weiterhin kontrovers beurteilt. Wir haben deshalb in einer prospektiv randomisierten Studie die Stabilität, die Komplikationsrate und die Mortalität sowie die Lungenfunktion (zwei Monate postoperativ) nach beiden Therapieverfahren überprüft.

Methodik: Es wurden insgesamt 40 Patienten für den konservativen (Fixationsverband für 10 Tage, Gruppe I) und den operativen Arm (Osteosynthese, Gruppe II) randomisiert. Einschlußkriterium war die Fraktur von mindestens drei Rippen bei paradoxer Brustwand-beweglichkeit.

Ergebnisse: Nach operativer Stabilisierung wurde bei 85 % der Patienten eine Thoraxwandstabilität erreicht. Fast die Hälfte der Patienten wurde nachbeatmet (durchschnittlich zwei Tage). In der konservativen Behandlungsgruppe wurde Stabilität nur bei 50 % nachgewiesen, die Beatmung war bei einem Drittel der Patienten für durchschnittlich 12 Tage erforderlich. Der weitere Verlauf war bei 40 % (Gruppe I) bzw. 65 % (Gruppe II) komplikationsfrei (p<0,05). Bemerkenswert waren das häufigere Vorkommen von Brustkorbdeformitäten (45 % vs 5 %, p<0,05) sowie der Nachweis einer Skoliose (25 % vs 0%, p<0,05) bei den konservativ therapierten Patienten. Zwei Monate nach der Behandlung waren folgende Parameter der Lungenfunktion signifikant schlechter in Gruppe I (FVC, TLC und FEF-75). Die Mortalität betrug 15 % in Gruppe I bzw. 10 % in Gruppe II und zeigte keinen signifikanten Unterschied.

Folgerung: Die chirurgische Behandlung des flail chest hat bezüglich der Stabilität, der Komplikationsrate und dem Nachweis postoperativer Thoraxdeformitäten bessere Ergebnisse als die konservative Therapie. Zwei Monate nach Abschluß der Behandlung sprechen auch die günstigeren Ergebnisse der Lungenfunktion für die operative Versorgung.