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43. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e. V. (DGPRÄC), 17. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen e. V. (VDÄPC)

13.09. - 15.09.2012, Bremen

Vaskuläre Präkonditionierung durch bFGF und VEGF165Expression nach Transplantation isogener nicht-viral transfizierter Fibroblasten im ischämischen Lappenmodell der Ratte

Meeting Abstract

  • presenting/speaker C. Hartog - Universität Lübeck, Plast. Chirurgie, Lübeck, Germany
  • A. Slobodianski - Klinikum rechts der Isar, Klinik für Plastische und Handchirurgie, München, Germany
  • A. Kathöfer - Universität Lübeck, Plast. Chirurgie, Lübeck, Germany
  • Z. Zhang - Klinikum rechts der Isar, Klinik für Plastische und Handchirurgie, München, Germany
  • L. Evers - Stanford University, Division of Plastic Surgery, Stanford, United States
  • P. Mailänder - Universität Lübeck, Plast. Chirurgie, Lübeck, Germany
  • H.G. Machens - Klinikum rechts der Isar, Klinik für Plastische und Handchirurgie, München, Germany

Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen. Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. 43. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), 17. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC). Bremen, 13.-15.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocFTIIIP08

DOI: 10.3205/12dgpraec201, URN: urn:nbn:de:0183-12dgpraec2010

Veröffentlicht: 10. September 2012

© 2012 Hartog et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das Ziel dieser Studie war es, mittels eines nicht-viralen Gentransferarzneimittels in Geweben, die einer geplanten Ischämie unterworfen werden wie zum Beispiel bei der chirurgischen Bildung eines lokalen, randomisierten Gewebelappens, eine präischämische vaskuläre Konditionierung durch bFGF und VEGF165 im Zielgewebe zu induzieren.

Material und Methode: Primäre Fibroblasten wurden mit bFGF und VEGF165 enthaltenden cDNAs mit Hilfe des amaxa Nucleofectors transfiziert. Die modifizierten Zellen (jeweils 5 Mio. pro Wachstumsfaktor) wurden durch subkutane Injektion in Areale reimplantiert, in deren Umfeld sie eine therapeutische Blutgefäßbildung durch die temporäre Expression der gewünschten Wachstumsfaktoren in einem definierten ischämischen Lappenareal induzieren sollen. Als Modell diente der mykutane McFarlane Hautlappen am Rücken von 40 adulten Sprague Dawley Ratten. Genexpression und Protein-Produktion wurden in vitro und in vivo durch real time PCR und mittels eines Immunoassays (BIOPLEX) jeweils zu verschiedenen Zeitpunkten gemessen. Das klinische Ergebnis wurde durch Immunhistologie (CD31) und planimetrische computergestützte Messungen demonstriert.

Ergebnisse/Schlussfolgerung: Wir konnten zeigen, dass die gewünschten angiogenetischen Faktoren der transfizierten Zellen nachweisbar in vitro produziert und in vivo im Zielgewebe freigesetzt wurden. Mit Hilfe der RT-PCR konnte ein signifikant erhöhter Spiegel bei der Proteine bFGF und VEGF165 in vivo innerhalb der ersten 5 Tage nach Zellimplantation nachgewiesen werden. Mithilfe des Immunoassays war festzustellen, dass in vitro hohe Mengen an bFGF bzw. VEGF165 (bis zu 100-fach gegenüber dem Kontrollversuch) von den transfizierten Fibroblasten exprimiert wurden. Im Rahmen der histologischen Auswertung der Lappen wurde eine erhöhte Dichte der Endothelzellen in der behandelten Tiergruppe gegenüber der Kontrollgruppe beobachtet, was auf eine Angiogeneseinduktion in dem behandelten Gewebe hindeutet. Weiterhin wurde mithilfe der planimetrischen Auswertung der Lappenareale eine signifikante Reduktion der Lappennekrose um fast 35% nach zwei Wochen gemessen.

Das hier skizzierte Verfahren der „Therapeutischen Angiogeneseinduktion“ stellt eine Art der Präkonditionierung im später ischämisch gefährdeten Gewebe dar.

Die in der Studie erarbeiteten Ergebnisse bieten somit eine Basis zur Entwicklung eines nicht-viralen Gentransferarzneimittels, welches zur präventiven Behandlung von Geweben bei Patienten mit zu erwartenden Gewebeperfusionsstörungen angewendet werden könnte.