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43. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e. V. (DGPRÄC), 17. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen e. V. (VDÄPC)

13.09. - 15.09.2012, Bremen

Multiviszerale Organspende nach Starkstromeinwirkung

Meeting Abstract

  • presenting/speaker A. Tabrisi - Klinikum Offenbach, Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Offenbach, Germany
  • T. Pierson - Klinikum Offenbach, Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Offenbach, Germany
  • W. Scherzed - Klinikum Offenbach, Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Offenbach, Germany
  • A. Gröger - Klinikum Offenbach, Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Offenbach, Germany
  • H. Menke - Klinikum Offenbach, Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Offenbach, Germany

Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen. Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. 43. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), 17. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC). Bremen, 13.-15.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocFV88

DOI: 10.3205/12dgpraec098, URN: urn:nbn:de:0183-12dgpraec0989

Veröffentlicht: 10. September 2012

© 2012 Tabrisi et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Unter den meist männlichen Jugendlichen ist das „Train Surfing“ ein weit verbreitetes Hobby weltweit, das häufig zu lebensgefährlichen Verletzungen führt.

Ein möglicher Verletzungsmechanismus ist die Starkstromeinwirkung auf den Körper durch einen Lichtbogen. Es wird ein Fall eines 17-jährigen männlichen Patienten vorgestellt, der eine Lichtbogenverletzung erlitt, als er sich auf dem Dach eines Güterwagons aufhielt.

Verlauf: Nach der Primärversorgung wurde der Patient noch in der Unfallnacht in unser Schwerverbranntenzentrum verlegt. Bei Verlegung des intubierten Patenten zeigten sich III–IV° Verbrennungen am Rücken, den Oberschenkeln, dem linken Oberarm, den Unterschenkeln, dem Kopf, am Genital, dem Gesäß sowie den Füßen. Insgesamt waren ca. 46% KOF betroffen. Weiterhin bestand ein Inhalationstrauma sowie eine intracranielle Blutung. Trotz multi-disziplinärer Therapie kam es im Verlauf aufgrund eines Hirnödems zur cerebralen Einklemmung. Zusätzlich kam es zu einem dialysepflichtigen, akuten Nierenversagen. Im weiteren Verlauf wurde der Hirntod neurologisch festgestellt. Unter Leitung der Deutschen Stiftung Organspende (DSO) erfolgte die Multi-Organ-Explantation (Lunge, Leber, Pankreas, Herz, Dünndarm).

Schlussfolgerung: Lichtbogenverletzungen treten nicht nur in Schwellenländern, sondern auch in Industrieländern häufig auf. In Deutschland kommt es jährlich zu einer Vielzahl von Lichtbogenverletzungen. In diesem Fall konnten die Organe des Patienten zur Explantation freigegeben und erfolgreich transplantiert werden, sodass insgesamt sechs Patienten ein neues Organ erhielten. Dieser Fall verdeutlicht zwei fundamentale Aspekte. Zum Einen bedarf es einer verstärkten Aufklärung über die möglichen Gefahren und den Mechanismus des Lichtbogens, vor allem bei Jugendlichen. Zum Anderen sollte die Möglichkeit der Organexplantation jedem Verbrennungsmediziner stets bewusst sein, da kaum Explantationen in Verbrennungszentren durchgeführt werden.