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49. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC), 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e. V. (DGPRÄC), 16. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen e. V. (VDÄPC)

29.09. - 01.10.2011, Innsbruck

Der M. peroneus brevis als dritte und funktionelle Muskelkomponente des freien Compound-Lappensystems der A. fibularis

Meeting Abstract

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  • author Goetz Giessler - BG Unfallklinik Murnau, Murnau
  • Andreas B. Schmidt - BG Unfallklinik Murnau, Murnau
  • Christoph Heidenreich - BG Unfallklinik Murnau, Murnau

Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie. Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen. Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. 49. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC), 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), 16. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC). Innsbruck, 29.09.-01.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgpraecP14

DOI: 10.3205/11dgpraec206, URN: urn:nbn:de:0183-11dgpraec2063

Veröffentlicht: 27. September 2011

© 2011 Giessler et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der gestielte M. peroneus brevis ist ein Arbeitspferd für mittlere und kleine Defekte rund um das Sprunggelenk. Bisher wurde er nur einmal frei mikrovaskulär transplantiert. Wir zeigen anhand eines klinischen Beispiels die Integration des Muskels in das osteomuskulofasziokutane Compound-Lappensystem rund um die freie Fibula und demonstrieren die Präparation als funktionellen Muskellappen.

Material und Methoden: Ein 52-jähriger Mann erlitt eine Torquierung seines linken Unterarms in einer Drehbank. Es entstand ein Defekt von 12 cm Radius, 15 cm A. radialis, FCR, ECRB, ECRL und eine Defektverletzung des N. medianus unter einem ausgedehnten Weichteildefekt. Die Rekonstruktion erfolgte mittels einer osteo-faszio-myokutanen freien Fibula als Durchflusslappen für den Radius. Zusammen mit dieser wurde der M. peroneus brevis basiert an den Muskelästen aus dem posterioren Septum als FCR-Ersatz verwendet. Die neurale Koaptation des motorischen Nerven erfolgte an den Muskelast des ehemaligen zerstörten FCR-Muskels. Der N. medianus wurde mit N. suralis Kabeltransplantaten rekonstruiert.

Ergebnisse: Der Heilverlauf war unkompliziert, der M. peroneus brevis reinnervierte bisher zaghaft, aber erkennbar. Der M. peroneus longus übernahm die Funktion vollständig, ein Fallfuß trat nicht auf.

Schlussfolgerung: Der M. peroneus brevis kann neben dem medialen M. soleus und dem M. flexor hallucis longus als drittes Muskel-“blatt“ in das Compoundlappensystem der A. fibularis integriert werden. Die Präparation seines motorischen Nervens ist bei mikrochirurgischer Routine einfach und die Durchblutung sicher. Damit kann er nicht nur eine weitere Volumenkomponente darstellen, sondern in selektierten Fällen auch als funktionelles Transplantat Verwendung finden.