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49. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC), 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e. V. (DGPRÄC), 16. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen e. V. (VDÄPC)

29.09. - 01.10.2011, Innsbruck

Die historische Entwicklung der funktionellen Ersatzoperationen im 19. und 20. Jahrhundert

Meeting Abstract

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  • author Andreas Gohritz - Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
  • Peter M. Vogt - Medizinische Hochschule Hannover, Hannover

Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie. Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen. Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. 49. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC), 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), 16. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC). Innsbruck, 29.09.-01.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgpraecV164

DOI: 10.3205/11dgpraec165, URN: urn:nbn:de:0183-11dgpraec1651

Veröffentlicht: 27. September 2011

© 2011 Gohritz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Dieser Vortrag soll anhand einer Literaturrecherche einen Einblick in die faszinierende Geschichte der Anfänge der nervalen und muskulären Ersatzoperationen geben, die bis heute gebräuchlich sind, aber schon Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts zur Behandlung von Poliomyelitis und zur Versorgung der zahllosen Schussverletzten des 1. Weltkrieges entwickelt wurden.

Ergebnisse: Hauptindikation für die ersten Sehnenverpflanzungen waren Lähmungen bei Poliomyelitis, nachdem sie 1880 erstmals von Nicoladoni an der unteren Extremität angewendet und von Drobnik 1894 auf die obere Extremität übertragen wurden. Der Braunschweiger Chirurg Felix Franke führte erstmals 1897 eine motorische Ersatzoperation bei Radialis-Parese durch. Die meisten der heute noch genutzten Standardtechniken wurden um die Wende des 19. bis 20. Jahrhunderts mehrheitlich durch deutsche Chirurgen und Orthopäden erfunden, zum einen aufgrund der in Deutschland 1884 durch Bismarck eingeführten Unfallversicherung und die seit 1906 organisierte Rehabilitation für Körperbehinderte („Krüppelfürsorge“) in speziellen Heimen und Kliniken, andererseits aufgrund der riesigen Anzahl von Schussverletzungen des Ersten Weltkrieges (1914-18). Beispiele sind Trapeziustransfer (F. Lange 1911, Lewis 1910, Mayer 1927), Trizeps-Bizeps-Transfer (Tubby 1901, Biesalski 1916), Proximalisierung der Unterarmmuskeln (Steindler 1918/1919, M. Lange 1949), Latissimus-Transposition (Lexer 1920), Pectoralis-major-Transfer (Tillmanns 1901, Schulze-Berge 1917, Hohmann 1918), „Viersehnenplastik“ (Perthes 1918) und „Einsehnenplastik“ (Sudeck 1991) zum Radialis-Ersatz, Standardwerke aus dieser Zeit stammen von Vulpius und Stoffel (1902, 1920) sowie Biesalski und Mayer (1916). Parallel zur Entwicklung der Sehnenverpflanzung hatte sich insbesondere der Chirurg Spitzy (1904, 1911) für die Nerventransposition eingesetzt, die bereits 1873 von Létiévant inauguriert wurde. Der Breslauer Neurologe und autodidaktische Nervenchirurg Otfrid Foerster fasste 1929 seine Erfahrungen anhand von über 4787 behandelten und 745 selbst operierten Schussverletzten zwischen 1914 und 1920 zusammen und legte wichtige Grundlagen zur Rekonstruktion, Transplantation und Transposition peripherer Nerven.

Schlussfolgerung: Die historische Betrachtung der Anfänge der motorischen und nervalen Ersatzoperationen zeigt uns vor dem Hintergrund einer äußerst ereignisreichen Zeit beispielhaft Erfindergeist, Ausdauer und Genauigkeit unserer Vorgänger, die uns Inspiration und Vorbild bei der täglichen Arbeit und beim Blick in die Zukunft der funktionellen Wiederherstellungschirurgie dienen können.