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49. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC), 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e. V. (DGPRÄC), 16. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen e. V. (VDÄPC)

29.09. - 01.10.2011, Innsbruck

Risiken des autologen Zelltransfers („Lipofilling“) bei Brusteingriffen

Meeting Abstract

  • author Lukas Prantl - Zentrum für Plastische- und Ästhetische-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Regensburg
  • Sanga Gehmert - Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Regensburg
  • Silvan Klein - Zentrum für Plastische- und Ästhetische-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Regensburg
  • Eckard Alt - Department of Molecular Pathology, UT M. D. Anderson Cancer Center, Houston, TX, USA
  • Sebastian Gehmert - Zentrum für Plastische- und Ästhetische-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Regensburg

Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie. Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen. Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. 49. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC), 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), 16. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC). Innsbruck, 29.09.-01.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgpraecV57

DOI: 10.3205/11dgpraec058, URN: urn:nbn:de:0183-11dgpraec0589

Veröffentlicht: 27. September 2011

© 2011 Prantl et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Mesenchymale Stammzellen des Fettgewebes (Adipose tissue-derived Stem Cells; ASCs) finden aufgrund ihrer multipotenten Eigenschaften und einfachen Gewinnung immer mehr Anwendung in der regenerativen und plastischen Chirurgie. Ziel der Studie war es den Einfluss von mesenchymalen Stammzellen auf Tumorwachstum verschiedener Tumorzelllinien zu untersuchen, um eventuelle Risiken des autologen Zelltransfers aufzuzeigen.

Material und Methoden: Verschiedene Mammakarzinom-Zelllinien (4T1, MDA-MB-231) und Prostatakarzinom-Zelllinien (MDA PCa 118b) wurden in BALB/c-nu/nu Mäusen einseitig appliziert. Auf der Gegenseite erfolgte eine Koinjektion der Tumorzellen mit humanen eGFP-markierten ASCs. Tumorwachstum und Metastasierung wurden mittels Micro - Computertomographie über 21 Tage erfasst. Außerdem erfolgte eine histologische Aufarbeitung mit immunhistochemischen Anfärbungen um den Phänotyp der ASCs zu bestimmen.

Ergebnisse: Die BALB/c-nu/nu Mäuse mit Koinjektion von Mammakarzinom- oder Prostatakarzinom-Zellen mit human ASCs zeigten ein signifikant höheres Tumorvolumen einhergehend mit einer beschleunigten Tumorprogression, sowie einer schnelleren Metastasierung. Immunhistologisch ließ sich nachweisen, dass ASCs in Tumorstromazellen differenzieren und sich in Tumorendothelium integrieren können.

Schlussfolgerung: Das Zellgemisch beim „Lipofilling“ enthält u.a. auch ASCs, die mit einem okkulten Mammakarzinom interagieren könnten. Die Indikation für einen solchen Eingriff sollte daher kritisch gestellt werden. Eine akribische präoperative Abklärung bezüglich eines okkulten Tumors scheint daher erforderlich.