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49. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC), 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e. V. (DGPRÄC), 16. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen e. V. (VDÄPC)

29.09. - 01.10.2011, Innsbruck

Evidenzbasierte Weiterentwicklung der selektiven Neuro-Myektomie zur Behandlung von Unterlippen-Asymmetrie bei Fazialisparese

Meeting Abstract

  • author Manfred Frey - Klinische Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Wien, Wien
  • Eva Placheta - Klinische Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Wien, Wien
  • Chieh-Han J. Tzou - Klinische Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Wien, Wien
  • Maria Michaelidou - Klinische Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Wien, Wien
  • Igor Pona - Klinische Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Wien, Wien
  • Alina Hold - Klinische Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Wien, Wien

Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie. Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen. Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. 49. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC), 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), 16. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC). Innsbruck, 29.09.-01.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgpraecV26

DOI: 10.3205/11dgpraec026, URN: urn:nbn:de:0183-11dgpraec0263

Veröffentlicht: 27. September 2011

© 2011 Frey et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Analyse der Behandlung von Unterlippen-Asymmetrie bei Patienten mit chronischer Fazialisparese oder isolierter Parese des Ramus maginalis mandibulae nervi facialis mittels selektiver Neuro-Myektomie der ipsi- oder contralateralen Depressoren.

Material und Methoden: Retrospektive Analyse von Krankengeschichten, sowie präoperativen und postoperativen Daten der objektiven 3D-Gesichtsbewegungsanalyse von 12 Patienten mit Fazialisparese, deren Unterlippen-Asymmetrie mittels Neuro-Myektomie der Depressoren der gesunden bzw. reinnervierten Gesichtshälfte behandelt wurde. Patienten mit einem postoperativen Nachuntersuchungszeitraum von mindestens 6 Monaten wurden in die Studie eingeschlossen. 11 weibliche und 1 männlicher Patient, mit einem mittleren Alter von 49.2 Jahren und mittlerem postoperativem Nachuntersuchungszeitraum von 14 Monaten konnten in die Studie eingeschlossen werden. 8 Patienten hatten eine totale und 2 Patientien eine partielle Fazialisparese. 2 Patienten hatten eine isolierte Parese des Ramus marginalis mandibulae. 5 Patienten hatten eine komplette und 7 eine inkomplette Fazialisparese. Bei 5 von 12 Patienten war, neben der Unterlippen-Asymmetrie, Synkinesie der Depressoren Teil der Operationsindikation.

Ergebnisse: Die Neuro-Myektomie war in 11 von 12 Fällen erfolgreich. Bei einer Patientin kam es zu einem Rezidiv (erste Operation über den enoralen Zugang), sodass eine erneute Neuro-Myektomie über den submandibulären Zugang durchgeführt wurde. Die 3D-Videoanalyse zeigte eine Verbesserung der Unterlippen-Symmetrie beim Lächeln mit Zeigen der Zähne.

Schlussfolgerung: Die Neuro-Myektomie der Depressoren der gesunden Gesichtshälfte bei Patienten mit Fazialisparese ist ein sicheres und effektives Verfahren zur Symmetrierung der Unterlippenfunktion. Der submandibuläre Zugang bietet, gegenüber dem enoralen Zugang, zusätzlich die Möglichkeit den Ramus marginalis mandibulae weitläufig zu resezieren, was zu einer geringeren Rezidiv-Rate führt. Evidenzbasiert konnte der submandibuläre Zugang mit zahlreichen Vorteilen gegenüber dem enoralen Zugang entwickelt werden.