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29. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e. V.

21.09. - 23.09.2012, Bonn

Extraösophagealer Reflux und rezidivierende Larynxpapillomatose

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Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie. 29. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie (DGPP). Bonn, 21.-23.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgppP21

DOI: 10.3205/12dgpp50, URN: urn:nbn:de:0183-12dgpp501

Veröffentlicht: 6. September 2012

© 2012 Kramer et al.
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Gliederung

Zusammenfassung

Hintergrund: Die rezidivierende Larynxpapillomatose ist eine meist benigne infektiöse Erkrankung der oberen Atemwege und hier vornehmlich der laryngealen Strukturen. Verursacht wird die Larynxpapillomatose durch eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV Typ 6 und 11). Das Virus persistiert in der laryngealen Schleimhaut und verursacht rekurrierende verruköse Läsionen. Das HPV-Virus ist verantwortlich für das Wiederauftreten der Papillome, doch sind die das Virus reaktivierenden Faktoren nicht hinlänglich bekannt. Extraösophagealer Reflux wird als ein fördernder Faktor für das erneute Auftreten angesehen, zeigte sich doch in der Literatur eine Erhöhung der Eingriffsfrequenz bei gleichzeitig vorliegendem Reflux.

Ziel dieser retrospektiven Untersuchung war die Darstellung eines Zusammenhangs zwischen extra-/gastroösophagealem Reflux, Ausprägung des Krankheitsbildes und vermehrter Interventionspflichtigkeit bei bestehender Larynxpapillomatose.

Material und Methoden: Einbezogen wurden 62 Patienten, die Auswertung erfolgte retrospektiv anhand der vorliegenden Patientenakten. Beurteilt wurden auditive Stimmqualität, die Belastung des Patienten anhand des VHI (voice handicap index), die Ausdehnung des Papillombefalls (Derkay-Index) und die Angabe eines subjektiv vorhandenen oder vorbekannten extra-/gaströsophagealen Refluxes.

Ergebnisse: Insgesamt zeigte sich ein vermehrtes Auftreten von extra-/gastroösophagealem Reflux bei von Larynxpapillomatose betroffenen Patienten, begleitet von stärkerer Ausprägung des Papillombefalls.

Diskussion: Die Ergebnisse dieser Studie weisen auf die dringende Notwendigkeit hin, zusätzlich zur viralen Genese der Laynxpapillomatose die Faktoren für das Wiederaufflammen dieser Erkrankung zu identifizieren und frühzeitig zu therapieren. Weitere prospektive Therapiestudien an größeren Kollektiven sind nötig, um hier Empfehlungen für die prophylaktische Behandlung eines extraösophagealen Refluxes zur Verringerung der Rezidivhäufigkeit der Larynxpapillomatose zu erarbeiten.