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27. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e. V.

17.09. - 19.09.2010, Aachen

Untersuchungen zur biofunktionellen Kompartimentbildung beim Schlucken mittels peroraler kontrollierter Flüssigkeitszufuhr und intraoraler Manometrie

Poster

Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie. 27. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie (DGPP). Aachen, 17.-19.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgppP19

DOI: 10.3205/10dgpp60, URN: urn:nbn:de:0183-10dgpp600

Veröffentlicht: 31. August 2010

© 2010 Völter et al.
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Zusammenfassung

Hintergrund: Das biofunktionelle Modell nach Engelke erlaubt den Schluckakt als einen Vorgang aufzufassen, bei dem es zur Verschlussbildung intraoraler Funktionsräume mit Bildung von negativen intraoralen Druckamplituden kommt. Die Propulsion des Bolus kann als Transport entlang eines Druckgefälles zwischen mehreren Funktionsräumen verstanden werden. Dies ergänzt bisherige Auffassungen einer aktiven myogenen Transportfunktion von Zunge und orofazialer Muskulatur.

Material und Methoden: Mit Hilfe eines Vakuumaktivators (Silencos® Bredent, Senden, Deutschland) und eines angeschlossenen Infusionssystems wird eine fraktionierte kontrollierte Flüssigkeitszufuhr (2–20 ml/min) in die Mundhöhle eingeführt. Über ein handgehaltenes Druckmesssystem (GMS 3150, Greisinger, Erlangen, Deutschland) erfolgt eine kontinuierliche intraorale Manometrie des interokklusalen Funktionsraumes. Bestimmt werden die Häufigkeit von Druckamplituden sowie deren Höhe als Funktion der Zeit in Abhängigkeit zur Flüssigkeitszufuhr.

Ergebnisse: Bei 20 gesunden Patienten, bei denen zahnärztlich eine Okklusionsstörung ausgeschlossen wurde und klinisch keine Schluckstörung bestand, wurde die Schluckfrequenz sowie die Amplitude der negativen Druckspitzen gemessen. Hierbei ließen sich während des Schluckaktes negative Druckwerte nachweisen, nicht jedoch im Ruhezustand.

Diskussion: Durch Verwendung der hier gezeigten Technik lassen sich objektive Parameter für die Beurteilung des normalen Schluckvorganges darstellen und zur Grundlage eines klinischen manometrischen Prüfverfahrens bei Schluckstörungen entwickeln.


Literatur

1.
Engelke W, Jung K, Knösel M. Intra-oral compartment pressures: a biofunctional model and experimental measurements under different conditions of posture. Clin Oral Investig. 2010 Feb 2. [Epub ahead of print]. DOI: 10.1007/s00784-009-0367-0 Externer Link