gms | German Medical Science

25. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e. V.

12.09. - 14.09.2008, Düsseldorf

Bamboo nodes – eine seltene Differentialdiagnose

Poster

Suche in Medline nach

  • corresponding author Nicole Chr. Stuhrmann - Abteilung für Phoniatrie & Pädaudiologie der Univ.-HNO-Klinik Bonn, Bonn, Deutschland
  • author Götz Schade - Abteilung für Phoniatrie & Pädaudiologie der Univ.-HNO-Klinik Bonn, Bonn, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie. 25. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie. Düsseldorf, 12.-14.09.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgppP20

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgpp2008/08dgpp74.shtml

Veröffentlicht: 27. August 2008

© 2008 Stuhrmann et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Zusammenfassung

Einleitung: Die Abklärung von unklaren Heiserkeiten gehört zu den täglichen Routineaufgaben des Phoniaters & Pädaudiologen. Ursächlich für therapieresistente Dysphonien sind in seltenen Fällen auch Bambusknötchen (Bamboo nodes). Deren Ätiologie ist bislang noch weitgehend unklar. Sie werden mit den Krankheiten des rheumatischen Formenkreises in Zusammenhang gebracht.

Material und Methode: In den letzten 2 Jahren zeigten sich bei 7 unserer phoniatrischen Patienten innerhalb der Stimmlippen querverlaufende weißliche Verdickungen, welche charakteristisch für Bambus-Knötchen (Bamboo nodes) sind. Drei dieser Patienten wurden mit einer intralaryngealen Cortisonapplikation in Lokalanästhesie therapiert. Vier der Patienten entschieden sich zunächst für einen konservativen Therapieversuch.

Ergebnisse: Die Stimmqualität der Patienten und ihre stimmliche Belastbarkeit konnten durch die operative Therapie jeweils deutlich optimiert werden. Bei 2 von 4 konservativ behandelten Patienten verbesserten sich die Befunde im Verlauf auch ohne invasive Therapiemaßnahmen.

Schlussfolgerung: Bei unklaren Heiserkeiten ist eine laryngoskopische Diagnostik unerlässlich. Auch bei therapieresistenten Stimmstörungen durch Bamboo nodes kann eine gezielte phonochirurgische Therapie mit Applikation von intralaryngealer Cortisongabe helfen, das Schwingungsverhalten der Stimmlippen durch die cortisonbedingte Reduktion der Entzündungsreaktion zu optimieren und damit dazu beizutragen, die Stimmqualität entscheidend zu verbessern. Zur weiterführenden Diagnostik bei Bambusknötchen sollten immer auch rheumatologische Untersuchungen und Therapieverfahren gehören.


Text

Einleitung

Die Abklärung von unklaren Heiserkeiten gehört zu den täglichen Routineaufgaben des Phoniaters & Pädaudiologen. Neben häufigen organischen Veränderungen wie z.B. Stimmlippenpolypen, Stimmlippenzysten, Stimmlippenknötchen finden sich auch funktionelle oder zervikogene Probleme. Ursächlich für therapieresistente Dysphonien können jedoch in seltenen Fällen auch Bambusknötchen (Bamboo nodes) sein. Deren Ätiologie ist bislang noch weitgehend unklar. Sie werden mit den Krankheiten des rheumatischen Formenkreises in Zusammenhang gebracht.

Material und Methode

In den letzten 2 Jahren zeigten sich bei 7 unserer phoniatrischen Patienten innerhalb der Stimmlippen querverlaufende weißliche Verdickungen, welche charakteristisch für Bambus-Knötchen (Bamboo nodes) sind. Drei dieser Patienten wurden mit einer intralaryngealen Cortisonapplikation in Lokalanästhesie therapiert. Vier der Patienten entschieden sich zunächst für einen konservativen Therapieversuch.

Ergebnisse

Die Stimmqualität der Patienten und ihre stimmliche Belastbarkeit konnten durch die operative Therapie jeweils deutlich optimiert werden. Bei einer Patientin wurde gerade wegen ihres niedrigen Alters von 13 Jahren auf eine operative Intervention verzichtet. Bei 2 von 4 der konservativ behandelten Patienten verbesserten sich die Befunde im Verlauf auch ohne invasive Therapiemaßnahmen. Die Stimmveränderungen der Patienten wurden dokumentiert. Die objektive Stimmdokumentation erfolgte mittels Schallspektrographie und Elektroglottographie sowohl bei jedem Erstbesuch als auch bei allen Follow-up Untersuchungen. Zudem erfolgte eine subjektive auditive Stimmeinschätzung durch die phoniatrischen Untersucher. Die weißlichen streifigen Zeichnungen der Bamboo nodes waren bei 3 von 7 nachuntersuchten Patienten rückläufig. Die bei jeder Vorstellung erhobenen videolaryngoskopischen und -stroboskopischen Befunde ließen in 2 von 3 der operierten Patienten eine Verbesserung der Befunde erkennen. Es kam hier zu einem verbesserten regelmäßigerem Schwingungsverhalten der Stimmlippen. Alle Patienten wurden einer weiteren rheumatologischen/ endokrinologischen Diagnostik unterzogen. Bei drei der untersuchten Patienten erfolgte eine medikamentöse rheumatologische Einstellung.

Schlussfolgerung

Bei unklaren Heiserkeiten ist eine laryngoskopische Diagnostik unerlässlich. Auch bei therapieresistenten Stimmstörungen durch Bamboo nodes kann eine gezielte phonochirurgische Therapie mit Applikation von intralaryngealer Cortisongabe helfen, das Schwingungsverhalten der Stimmlippen durch die cortisonbedingte Reduktion der Entzündungsreaktion zu optimieren und damit dazu beizutragen, die Stimmqualität entscheidend zu verbessern. Zur weiterführenden Diagnostik bei Bambusknötchen sollten immer auch rheumatologische Untersuchungen und Therapieverfahren gehören.