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23. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e. V.

15. - 17.09.2006, Heidelberg

Die Ersatzstimme nach Kehlkopfentfernung: Physiologie, Qualität und psychosoziale Aspekte

Vortrag

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  • author Maria Schuster - Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie, Erlangen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie. 23. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie. Heidelberg, 15.-17.09.2006. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2006. Doc06dgppH04

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgpp2006/06dgpp18.shtml

Veröffentlicht: 5. September 2006

© 2006 Schuster.
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Zusammenfassung

Nach einer totalen Laryngektomie ist die Stimmqualität auch nach erfolgreicher Stimmrehabilitation eingeschränkt mit Auswirkungen auf die Verständlichkeit und das Selbsterleben der Betroffenen. Inhalt der Habilitationsschrift waren neue, an die Besonderheiten der Stimmstörung angepassten diagnostische Verfahren sowie das Selbsterleben der laryngektomierten Patienten.

Die meisten herkömmlichen Verfahren zur Darstellung der Stimmentstehung und –qualität sind für die Ersatzstimme nicht anwendbar. Dies betrifft visuelle und akustische Verfahren. Die exakte Lokalisierung des Ersatzstimmgenerators im PE-Segment konnte nun mit bildverarbeitenden Methoden erbracht werden, wobei in Hochgeschwindigkeitsaufnahmen des schwingenden PE-Segments während der Phonation die Pseudoglottis identifiziert und deren Verformung automatisch verfolgt wird [1]. So ist es möglich, die physiologischen Vorgänge bei der Ersatzstimmentstehung direkt zu beobachten.

Ein auf der Spracherkennungstechnik basierendes Verfahren liefert nun eine quantitative Bewertung der globalen Ersatzstimmqualität durch eine objektive und automatische Ermittlung der Verständlichkeit [2]. Die Verständlichkeit der Laryngektomierten ist zwar signifikant schlechter als die von gesunden Vergleichssprechern. Die kommunikative Einschränkung bedingt jedoch keine krankheitsspezifische Beeinträchtigung psychosozialer Dimensionen der Lebensqualität und der Krankheitsverarbeitung [3], [4]. Allerdings besteht ein Zusammenhang zwischen der subjektiv empfundenen Stimmbeeinträchtigung und allgemeinen Aspekten der Lebensqualität [5]. Eine Verbesserung der Qualität der Ersatzstimme sollte somit eine Erhöhung der Lebensqualität der Laryngektomierten bewirken.


Literatur

1.
Schuster M, Rosanowski F, Schwarz R, Eysholdt U, Lohscheller J. Quantitative Detection of the Substitute Voice Generator during Phonation in Patients Undergoing Laryngectomy. Archives of Oto-Laryngology, Head and Neck Surgery 2005;131:1-8.
2.
Schuster M, Haderlein T, Nöth E, Lohscheller J, Eysholdt U, Rosanowski F. Intelligibility of Laryngectomees' Substitute Speech: Automatic Speech Recognition and Subjective Rating. European Archives of Oto-Rhino-Laryngology 2006;263(2):188-93.
3.
Schuster M, Lohscheller J, Kummer P, Hoppe U, Eysholdt U, Rosanowski F. Quality of Life in Laryngectomees after Prosthetic Voice Restoration. Folia Phoniatrica et Logopaedica 2003; 55(5):211-9.
4.
Schuster M, Hoppe U, Kummer P, Eysholdt U, Rosanowski F. Krankheitsbewältigungsstrategien laryngektomierter Patienten. HNO. 2003; 51(4):337-43.
5.
Schuster M, Toy H, Lohscheller J, Eysholdt U, Rosanowski F. Lebensqualität und Stimmbeeinträchtigung Laryngektomierter mit Stimmventilprothesen. Laryngorhinootologie. 2005; 84(2):101-107.