gms | German Medical Science

23. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e. V.

15. - 17.09.2006, Heidelberg

Eigenschaften und klinische Anwendung der Distorsionsprodukte otoakustischer Emissionen

Vortrag

Suche in Medline nach

  • corresponding author presenting/speaker Peter Kummer - Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie, Universität Erlangen, Erlangen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie. 23. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie. Heidelberg, 15.-17.09.2006. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2006. Doc06dgppH03

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgpp2006/06dgpp17.shtml

Veröffentlicht: 5. September 2006

© 2006 Kummer.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Zusammenfassung

Die hier zusammengefassten Arbeiten beschäftigen sich mit Grundlagen der Entstehung der Distorsionsprodukte otoakustischer Emissionen (DPOAE) und ihrer klinischen Anwendung.

Suppressionsmessungen der DPOAE zeigten, dass eine Hauptquelle der DPOAE dort liegt, wo sich die Anregungsmuster der beiden Primärtöne überlappen, eine Nebenquelle am Ort des Distorsionsproduktes [1]. Zur Verbesserung der Empfindlichkeit der DPOAE wurde ein Reizparadigma für eine schwellennahe Auslösung entwickelt [2]. Mit Annäherung an die Hörschwelle wird dabei das Pegelverhältnis beider Primärtöne vergrößert, so dass eine optimale Anregung äußerer Haarzellen gewährleistet bleibt. Experimentelle Untersuchungen am Menschen bestätigten diese theoretisch fundierte Vorhersage [3]. Entsprechend den Erwartungen verbesserte eine schwellennahe Auslösung der DPOAE die Empfindlichkeit der Methode [2]. Auf Grund der Ähnlichkeit der Wachstumsfunktionen der DPOAE zu dem aus Tierexperimenten bekannten Wachstumsverhalten der mechanischen Reizantworten bei physiologischer und pathologischer Innenohrfunktion wurde die Hypothese abgeleitet [2], damit wesentliche Eigenschaften der mechanischen Reizverarbeitung im Innenohr erfassen zu können. In der Tat kann aus den DPOAE-Wachstumsfunktionen eine Schwelle zur Auslösung der DPOAE extrapoliert werden, die mit der Hörschwelle übereinstimmt und sich zur objektiven Bestimmung der Schwelle mechanischer Erregbarkeit des Innenohres eignet.

Die pädaudiologische Anwendung wird am häufigsten durch temporäre Schallleitungsstörungen behindert. Theoretische Betrachtungen an Hand eines Modells [4] zeigten, dass dadurch die im Innenohr wirksamen Reizpegel und die DPOAE-Schwelle überschätzt werden, zum anderen die Primärtonpegel von optimalen Einstellungen abweichen. Eine individuelle Optimierung des Pegelverhältnisses erlaubt jedoch, eine Schallleitungsstörung zu erkennen und abzuschätzen und ihre Auswirkungen zu kompensieren. Die Effizienz pädaudiologischer Diagnostik sollte so deutlich gesteigert werden können.


Literatur

1.
Kummer et al (1995). J Acoust Soc Am Vol 98: 197-210.
2.
Kummer et al. (1998). J Acoust Soc Am Vol 103 (6):3431-3444.
3.
Kummer et al. (2000). Hear Res 146: 47-56.
4.
Kummer et al. (2006). HNO 54, 457-467.