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100 Jahre Phoniatrie in Deutschland
22. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie
24. Kongress der Union Europäischer Phoniater

Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e. V.

16. bis 18.09.2005, Berlin

Flächige Stimmlippenvernarbungen und Kapillarektasien - Spätfolgen einer Strahlenlaryngitis

Vocal fold scarring and capillary ectasias - late sequelae after radiotherapy of the neck

Poster

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  • corresponding author presenting/speaker Christian Kothe - Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
  • author Susanne Fleischer - Poliklinik für Hör-, Stimm- und Sprachheilkunde, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
  • author Thomas Grundmann - Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
  • author Markus Hess - Poliklinik für Hör-, Stimm- und Sprachheilkunde, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland

100 Jahre Phoniatrie in Deutschland. 22. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie, 24. Kongress der Union der Europäischen Phoniater. Berlin, 16.-18.09.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgppP18

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgpp2005/05dgpp044.shtml

Veröffentlicht: 15. September 2005

© 2005 Kothe et al.
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Gliederung

Zusammenfassung

Die Strahlentherapie ist fester Bestandteil bei der Therapie von Malignomen im Kopf-Hals-Bereich. Auch wenn der Primärtumor kein Larynxkarzinom ist, liegt mitunter der Kehlkopf direkt oder partiell im Strahlenfeld. Wir berichten über sichtbare Kehlkopfveränderungen nach vorangegangener Radiatio.

Das Patientengut umfasste 2 Frauen und 2 Männer im Alter von 50-63 Jahren (Durchschnittsalter: 57 Jahre). Der Primärtumor war bei zwei Patienten ein Schilddrüsenkarzinom und bei einem Patienten ein Ösophaguskarzinom. Bei einem Patienten wurde aufgrund von ausgedehnten fokal schweren Epitheldysplasien der Stimmlippen eine primäre Strahlentherapie des Kehlkopfes durchgeführt. Zwischen dem Ende der Radiatio und unserer Befunderhebung lag ein Zeitraum von 4-11 Jahren (Durchschnitt: 6 Jahre). Der Larynxbefund wurde videolaryngoskopisch und –stroboskopisch mit einer 90°- bzw. 70°-Optik sowie mit einer flexiblen Optik erhoben.

Bei der Laryngoskopie fielen bei allen Patienten als typische Veränderungen flächig vernarbte, weiße Stimmlippen mit davon scharf abgegrenzten, dunkelroten Kapillarektasien auf.

Die hier beschriebenen Veränderungen mit den flächig vernarbten Stimmlippen und den scharf abgegrenzten Kapillarektasien konnten wir bei keinem anderen Patienten sehen. Wir halten diese Zeichen für typische Spätfolgen einer Radiatio. Das Bild einer Strahlenlaryngitis lässt sich damit von einer chronischen Laryngitis anderer Genese abgrenzen.


Text

Einleitung

Die Strahlentherapie ist fester Bestandteil bei der Therapie von Malignomen im Kopf-Hals-Bereich. Auch wenn der Primärtumor kein Larynxkarzinom ist, liegt mitunter der Kehlkopf direkt oder partiell im Strahlenfeld. Wir berichten über endoskopisch erkennbare Kehlkopfveränderungen nach vorangegangener Radiatio.

Material und Methoden

Das Patientengut umfasste 2 Frauen und 2 Männer im Alter von 50-63 Jahren (Durchschnittsalter: 57 Jahre). Der Primärtumor war bei zwei Patienten ein Schilddrüsenkarzinom und bei einem Patienten ein Ösophaguskarzinom. Bei einem Patienten wurde aufgrund von ausgedehnten fokal schweren Epitheldysplasien der Stimmlippen eine primäre Strahlentherapie des Kehlkopfes durchgeführt. Zwischen dem Ende der Radiatio und unserer Befunderhebung lag ein Zeitraum von 4-11 Jahren (Durchschnitt: 6 Jahre). Der Larynxbefund wurde videolaryngoskopisch und -stroboskopisch mit einer 90°- bzw. 70°-Optik sowie mit einer flexiblen Optik erhoben.

Ergebnisse

Abbildung 1 [Abb. 1] zeigt den videolaryngoskopischen Kehlkopfbefund eines 50jährigen Patienten 4 Jahre nach abgeschlossener Radiatio (Strahlendosis: 60 Gy). Im Bereich beider Stimmlippen sind Kapillarektasien sowie flächige Stimmlippenvernarbungen auffällig. Stroboskopisch war linksseitig die Randkantenverschiebung nahezu aufgehoben und rechtsseitig stark eingeschränkt.

Als Spätfolge nach Radiatio fielen bei der laryngoskopischen Untersuchung bei allen Patienten als typische Veränderungen flächig vernarbte, weiße Stimmlippen mit davon scharf abgegrenzten, dunkelroten Kapillarektasien auf.

Diskussion

Die hier beschriebenen Veränderungen mit den flächig vernarbten Stimmlippen und den scharf abgegrenzten Kapillarektasien konnten wir bei keinem anderen Krankheitsbild erkennen. Wir halten diese Zeichen für typische Spätfolgen einer Radiatio. Das Bild einer Strahlenlaryngitis lässt sich damit von einer chronischen Laryngitis anderer Genese abgrenzen.