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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI)

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI)

19.04. - 21.04.2012, Mannheim

Enteroviren fördern die Transmigration von T-Lymphozyten durch die humane Blut-Liquor-Schranke in vitro

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Henriette Schneider - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsmedizin Mannheim, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Pädiatrische Infektiologie, Mannheim
  • Claudia Ellen Weber - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsmedizin Mannheim, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Pädiatrische Infektiologie, Mannheim
  • Julia Schöller - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsmedizin Mannheim, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Pädiatrische Infektiologie, Mannheim
  • Ulrike Steinmann - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsmedizin Mannheim, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Pädiatrische Infektiologie, Mannheim
  • Christian Schwerk - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsmedizin Mannheim, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Pädiatrische Infektiologie, Mannheim
  • Peter Findeisen - Universitätsmedizin Mannheim, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Institut für Klinische Chemie, Mannheim
  • Rüdiger Dörries - Universitätsmedizin Mannheim, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Mannheim
  • Horst Schroten - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsmedizin Mannheim, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Pädiatrische Infektiologie, Mannheim
  • Tobias Tenenbaum - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsmedizin Mannheim, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Pädiatrische Infektiologie, Mannheim

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI). Mannheim, 19.-21.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgpi14

DOI: 10.3205/12dgpi14, URN: urn:nbn:de:0183-12dgpi141

Veröffentlicht: 22. März 2012

© 2012 Schneider et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Meningitis geht trotz großer Fortschritte in Prävention und Therapie mit einer hohen Morbidität insbesondere im Kindesalter einher. Mit einer Inzidenz von 12/100000/Jahr ist die virale fast dreimal so häufig wie die bakterielle Meningitis. Die Blut-Liquor-Schranke (BLS) und insbesondere der Plexus choroideus scheinen beim Eintritt von Enteroviren ins ZNS von wesentlicher Bedeutung zu sein.

Material und Methoden: Mittels eines humanen in vitro Modells der BLS wurde die CXCL12 vermittelte T Zell Chemotaxis vor und nach Infektion mit den Enteroviren CoxB3 und ECHO30 (RKI-Referenzstämme) untersucht. Humane T-Lymphozyten wurden dazu mittels Negativ-Selektion (Dynabeads untouched human T cells) von gesunden Spendern isoliert. Die Chemotaxis Assays an humanen choroidalen Plexuspapillomzellen (HIBCPP) wurden über 5 Stunden in An- und Abwesenheit von CXCL12 im basolateralen Filterkompartiment untersucht. Die Berechnung der transmigrierten T-Lymphozyten erfolgte mittels FACS-Analyse. Die Barrierefunktion der HIBCPP wurde mittels Messung der TEER (trans-epithelial electrical resistance) und der parazellulären Durchlässigkeit von Dextran überprüft. Die Zytokinantwort wurde mittels eines “cytometric bead array” und QPCR quantifiziert.

Ergebnisse: Die Stimulation sowohl mit ECHO30 als auch COXB3 (MOI 10) steigerte signifikant die CXCL12 vermittelte Chemotaxis Rate humaner T-Lymphozyten durch HIBCPP. Die Barrierefunktion des BLS-Modells wurde dabei durch die virale Infektion nicht beeinflusst. Eine Analyse des Zytokinprofils nach enteroviraler Stimulation zeigte eine deutliche Steigerung der Zytokin-/Chemokinsekretion von CXCL3, IL8 und CCL5, die mittels QPCR bestätigt werden konnte. Die Vitalität der HIBCPP und der humanen T-Lymphozyten war nach 5h unbeeinträchtigt.

Diskussion: Die Stimulation mit Enteroviren induziert eine vermehrte, vermutlich durch Zytokine/Chemokine mit verursachte, T-Zell Chemotaxis über den humanen Plexus choroideus ins ZNS. Das Verständnis der Pathogenese der viralen Meningitis eröffnet möglicherweise neue Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie.