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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI)

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI)

19.04. - 21.04.2012, Mannheim

Impfempfehlungen und Umsetzung – was glauben Eltern junger Kinder und Pädiater

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Markus Rose - Universitätskinderklinik, Abteilung für Pneumologie, Allergologie, Frankfurt/Main
  • T. Crudup - Ipsos Healthcare, Plymouth Meeting, PA
  • A. Ahuja - Children's Hospital Boston, Cambridge, MA

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI). Mannheim, 19.-21.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgpi08

DOI: 10.3205/12dgpi08, URN: urn:nbn:de:0183-12dgpi086

Veröffentlicht: 22. März 2012

© 2012 Rose et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Kinderärzte sind unverändert die wichtigste Informationsquelle bei Schutzimpfungen, und Eltern von Impflingen sollen auch in Entscheidungen mit einbezogen werden. Zur besseren Umsetzung von Impfempfehlungen ist ein Verständnis darüber hilfreich, wie Eltern mit Impfempfehlungen umgehen, Aspekte der Verträglichkeit (z.B. fragliche Nebenwirkungen wie Fieber) einschätzen, und wie Kinderärzte sich hierzu positionieren.

Methoden: Ein repräsentative, multinationaler Internet-Befragung 2011, dass Eltern von 403 jungen Kindern, 80 Kinderärzten und 20 Allgemeinmedizinern in Deutschland aufgenommen.

Ergebnisse: 79% (79/100) der Ärzte richteten ihr Impfverhalten nach offiziellen Empfehlungen, und 89% (358/403) von den Eltern akzeptierten die offizielle Impfempfehlungen, entweder komplett (269) oder im Wesentlichen (89). Insgesamt will die Mehrheit den Eltern (261/403; 65%) sicherstellen, dass ihr Kind alle Impfungen erhält, und fast die Hälfte (184/403; 46%) sind überzeugt, ihr Arzt weiß, was für Ihr Kind richtig ist.Tritt Fieber im Zusammenhang mit der Impfung auf, empfehlen 59% (59/100) der Ärzte immer Antipyretika, und 31% empfehlen sie manchmal. Von den Eltern, deren Kinder Fieber im Zusammenhang mit Impfungen erlebten, verabreichten 72% (104/144) Antipyretika. Nur wenig Ärzte (5/100; 5%) verschrieben prophylaktisch Antipyretika; dies geschah aus Angst vor Fieberkrämpfen. Allerdings berichteten 46% (166/364) der Eltern, deren Kinder schon Schutzimpfungen erhalten hatten, dass ihr Arzt zumindest manchmal prophylaktisch Antipyretika empfohlen hatte; davon waren 38% (63/166) bereit, es auch zu verabreichen.

Diskussion & Schlussfolgerung: Ärzte und Eltern zeigen eine erfreuliche Adhärenz zu offiziellen Impfempfehlungen. Fieber im Zusammenhang mit Impfungen wird unterschiedlich wahrgenommen und beurteilt, und es könnte hierdurch immer noch Impfentscheidungen und Ko-Medikation beeinflussen. Gezielte Aufklärungskampagnen können helfen, Immunisierungsstrategien zu unterstützen und die Akzeptanz von Schuzimpfungen insbesondere bei Eltern weiter zu verbessern.