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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI)

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI)

19.04. - 21.04.2012, Mannheim

Nosokomiale Infektionen bei pädiatrisch onkologischen Patienten

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Arne Simon - Universitätsklinikum des Saarlandes, Kinderklinik, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Homburg Saar
  • Michael Kresken - Antiinfectives Intelligence GmbH,, Rheinbach

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI). Mannheim, 19.-21.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgpi03

DOI: 10.3205/12dgpi03, URN: urn:nbn:de:0183-12dgpi036

Veröffentlicht: 22. März 2012

© 2012 Simon et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund und Fragestellung: Blutstrominfektionen (BSI) gehören zu den häufigsten infektiologischen Komplikationen bei Kindern und Jugendlichen unter einer intensiven Chemotherapie. Ein Teil hiervon ist nosokomial erworben, meist als Gefäßkatheter-assoziierte Infektion. Die hier vorgestellte prospektive Studie untersuchte multizentrisch die Epdiemiologie dieser Ereignisse.

Methoden: Prospektive Surveillance mit Hilfe des speziell für die pädiatrische Onkologie entwickelten Oncoped Moduls ([1], [2]). Alle Blutkulturisolate sollten asserviert und zusätzlich zur Testung vor Ort in ein Zentrallabor zur standardisierten Testung der Antibiotika-Empfindlichkeit verschickt werden.

Ergebnisse: Von den 770 eingeschlossenen kinderonkologischen Patienten waren 327 (42,5%) weiblichen und 443 (57,5%) männlichen Geschlechts. Während des Surveillance-Zeitraums wurden bei 141 Patienten mit mindestens einer BSI insgesamt 179 BSI dokumentiert. Der Anteil der Patienten mit mindestens einer BSI lag somit bei 18%. Mindestens eine BSI mit einem grampositiven Infektionserreger wurde bei 98 Patienten (13%), mindestens eine BSI mit einem gramnegativen Infektionserreger bei 53 Patienten (7%) diagnostiziert. Bei 23 Patienten kam es zu mehr als einer BSI (2-4 pro Patient) und 13 von 179 BSI (7%) waren polymikrobielle Infektionen. Für die Analyse im Referenzlabor standen lediglich 56 Isolate zur Verfügung. Ein gramnegatives Isolat (E.cloacae) wurde als ESBL Bildner identifiziert, bei einem CoNS Isolat (Koagulase-negative Staphylokokken) bestand eine in vitro Resistenz gegen Ocaxillin, Vancomycin und Teicoplanin.

Diskussion: Die zentrale Auswertung von Blutkulturisolaten ist auch vor dem Hintergrund der neuen Anforderungen des IfSG zur Dokumentation von resistenten Erregerisolaten und zum Antibiotikaverbrauch ein sinnvolles und nach dieser Studie in der Kinderonkologie durchführbares Konzept. Allerdings müssten hierzu auf Seiten der beteiligten mikrobiologischen Institute die Isolate konsequenter asserviert und an das Zentrallabor verschickt werden. Gerade in der Kinderonkologie, wo die Inzidenz von Infektionen durch multiresistente Isolate insgesamt vergleichsweise niedrig ist, bleibt es vor dem Hintergrund der Patientensicherheit essentiell, eine Zunahme spezieller Resistenzen bei den wichtigsten Erregern von Blutstrominfektionen frühzeitig zu erkennen.

Das Projekt wurde vom BMG gefördert (Kapitel 1502 – Titel 686 02, 2011)


Literatur

1.
Krenn T, Fleischhack G, et al. Bloodstream infections in paediatric cancer patients. Prospective comparative study in 2 university hospitals. Klin Padiatr. 2011;223:335-340
2.
Simon A, Ammann RA, et al. Nosocomial infections in pediatric cancer patients: results of a prospective surveillance study from 7 University hospitals in Germany and Switzerland. BMC Infect Dis. 2008; E-Pub May 23, 2008: 70