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Wissenschaft – eine Säule der Hebammenarbeit: 1. Internationale Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e. V. (DGHWi)

Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e. V.

23.09.2011, Hildesheim

Hebammen beschreiben mit Wissen und Fertigkeiten Gesundheit und Risiken von Schwangeren

Meeting Abstract

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  • Kirstin Astrid Hähnlein - Berner Fachhochschule Gesundheit Hebamme, Bern, Schweiz

Wissenschaft – eine Säule der Hebammenarbeit. 1. Internationale Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft. Hildesheim, 23.-23.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dghwi07

DOI: 10.3205/11dghwi07, URN: urn:nbn:de:0183-11dghwi073

Veröffentlicht: 15. September 2011

© 2011 Hähnlein.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Theoretisch analysieren Hebammen während der manuellen Schwangeren-Untersuchung die mütterlichen und kindlichen, anatomischen und schwangerschaftsspezifischen Charakteristika und beurteilen mit Wissen und Fertigkeiten Gesundheit und Risiken. Klinisch bildet die dokumentierte Diagnose ein Resultat dieser mehrdimensionalen Berufsleistung ab. Folglich sind Unterschiede anzunehmen zwischen der theoriegestützten und klinischen Untersuchung. Ziel der Arbeit ist eine kriterien- und berufsaufgabenorientierte Beschreibung des klinisch-geburtshilflichen Assessments.

Methode: In der Zeit vom 14.02.2009 bis 31.03.2010 erhebt eine strukturierte Befragung Daten von Deutschen Hebammen, die Schwangere manuell untersuchen. Die Teilnehmerinnen (TN) werden direkt rekrutiert auf Fortbildung und interaktiv per computergestützte Anfrage. Als Fragebogen verwendet wird ein inhaltsvalidiertes Instrument (Cronbachs Alpha α=.948), welches die 307 Charakteristika der Schwangeren-Untersuchung abbildet (TaKE©ÄU2009). Dichotom ausgewertet wird die Anzahl der, aus der Erinnerung benannten, Charakteristika. Die statistischen Analysen erfolgen mit SPSS 16 (ANOVA, T-Test, Spearman).

Ergebnisse: Von der Studie profitieren 314 TN (n=314). Das durchschnittliche Lebensalter misst 38,8 Jahren (SD=9,7) und die Berufsverweildauer 14,8 Jahren (SD=11,1). Die Auswertung misst die Mittelwerte des Assessments Mutter-Kind (M=94,6, SD=48,7), Gesundheit (M=31,1, SD=20,7) und Risiko (M=27,7, SD=21,2) sowie Wissen (M=37,3, SD=11,07) und Fertigkeiten (M=57,3, SD=41,3). Alle Mittelwerte unterscheiden sich höchst signifikant (p<0,000) von den theoretischen Vergleichswerten. Bezogen auf den Mittelwert sind von 75 Wissen- und 232 Fertigkeiten-Charakteristika 49,7% bzw. 24,7% messbar.

Diskussion: Das kollektive Kennzeichen dieser Stichprobe sind inhomogene Ergebnisse, die unvergleichbare Schwangeren-Untersuchungen abbilden. Lerntheoretisch ist denkbar, dass statt erinnerter Charakteristika wiedererkannte Wissenseinheiten angegeben wurden. Mit 68,5% (n=215) der rekrutierten TN bildet die untersuchte Population eine fortbildungsgesteuerte Stichprobe ab, die sich beim Assessment Mutter-Kind unerheblich unterscheidet. Auch sind lediglich 34,5% der Variabilität der Fertigkeiten durch Wissen bedingt, der Rest ist auf andere Einflussfaktoren zurückzuführen, die diese Studie nicht untersucht.