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53. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

11.10. - 13.10.2012, Lübeck

Ausgedehnte Handgelenk- und Unterarmosteomyelitis bei okkultem Plattenepithelkarzinom des Handrückens

Meeting Abstract

  • author presenting/speaker Peter Leonard Stollwerck - Fachklinik Hornheide, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie, Münster, Deutschland
  • Ina Hillebrand
  • Jessica Almeida
  • Albrecht Krause-Bergmann

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 53. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Lübeck, 11.-13.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgh78

DOI: 10.3205/12dgh78, URN: urn:nbn:de:0183-12dgh783

Veröffentlicht: 9. Oktober 2012

© 2012 Stollwerck et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Das Plattenepithelkarzinom (PEK) ist ein maligner Hauttumor mit einem lokal destruierendem Wachstum und einer Inzidenz von 20–30/100.000 mitteleuropäischen Einwohnern.

Es tritt zu 90% im Gesicht auf. Wir berichten über ein nicht erkanntes okkultes PEK der Hand, bei dem der lokale Befund so ausgedehnt war, dass der Erhalt der Hand nicht möglich war und eine Unterarmamputation erforderlich wurde.

Methodik: Klinischer Fallbericht.

Ergebnisse: Eine 84-jährige Patientin stelle sich mit einer seit einem Jahr nicht heilenden Wunde des rechten dorso-radialen Handgelenkes vor. In dieser Zeit durchgeführte konservative Behandlungsversuche sowie eine Hauttransplantation waren erfolglos geblieben. Es imponierte bei Erstkontakt in unserer Klinik eine ausgedehnte, 10 cm durchmessende, ulzerierte, eitrig- belegte Wunde mit freiliegenden, teils nekrotischen Knochen und Strecksehnen. Die Hand wies bei ausgeprägter ödematöser Schwellung und Schmerzhaftigkeit eine globale Bewegungseinschränkung auf. Die Röntgenaufnahme zeigte eine Ostomyelits des Handgelenkes und der distalen Anteile von Radius und Ulna. Im Rahmen des intraoperativen Débridements war ein Erhalt der Hand nicht möglich. Im Bereich des mittleren Unterarmes wurden Biopsien suspekter Hauveränderung entnommen, welche eine Tumorinfiltration nach proximal nachwiesen. Schließlich erfolgte in einer weiteren Operation die Amputation des Unterarms unter Stumpfbildung sowie Biopsie eines metastasenverdächtigen Lymphknotens der Axilla rechts. Histologisch zeigte sich eine in-sano Exzision des PEK (G2, pT3) mit einer Tumordicke von 8 mm. Im Lymphknoten fanden sich Anteile eines entdifferenzierten Adenokarzinoms, so dass weitere Untersuchungen zum Ausschluss eines gastrointenstinalen Tumors oder eines Mammakarzinoms veranlasst wurden (Abbildung 1 [Abb. 1]).

Schlussfolgerung: Bei chronischen Wunden oder Ulcera der Haut mit fehlender Heilungstendenz sollte frühzeitig eine bioptische Diagnosesicherung erfolgen, um maligne Hauttumore zu erkennen und protrahierte Fälle, wie in diesem Fallbericht vorgestellt, zu vermeiden.