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53. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

11.10. - 13.10.2012, Lübeck

Isolierte Os Trapezoideum Luxation – Ein Fallbericht

Meeting Abstract

  • author presenting/speaker Tobias Kisch - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Sektion Plastische Chirurgie, Handchirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Lübeck, Deutschland
  • Thorsten Lehnhardt
  • Attila Kovacs
  • Frank Siemers
  • Peter Mailänder
  • Felix Stang

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 53. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Lübeck, 11.-13.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgh60

DOI: 10.3205/12dgh60, URN: urn:nbn:de:0183-12dgh602

Veröffentlicht: 9. Oktober 2012

© 2012 Kisch et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die isolierte Dislokation des Os trapezoideum in Kombination mit dem 2. Strahl ist eine seltene Verletzung. Es wurden bisher nur knapp 20 Fälle in der Literatur beschrieben, meist durch einen besonderen Verletzungsmechanismus ausgelöst. Häufiger findet sich eine Assoziation mit anderen Handverletzungen.

Methodik: Wir berichten von dem Fall einer Os trapezoideum Luxation nach dorsal. Einem 21-jährigen Auszubildenden im Gartenbau war eine schwere Granitstele direkt auf die Hohlhand in Projektion auf den 2. Mittelhandknochen gefallen. Neben einer dorsalen Luxation des Os trapezoideum mit dem gesamten 2. Strahl und einer Absprengung des Tuberculum Ossis trapezii fanden sich in der bildgebenden Diagnostik (Röntgen und CT) keine knöchernen Verletzungen. Der restliche Handwurzelverbund war unbeeinträchtigt. Wir führten die geschlossene Reposition und perkutane Kirschnerdraht-Transfixation für 6 Wochen durch. Der Patient wurde frühzeitig krankengymnastisch beübt und erhielt Lymphdrainage.

Ergebnisse: Durch die Kirschnerdraht-Transfixation für 6 Wochen konnte eine stabile Retention erzielt werden. Im Follow-up zeigte sich eine gute Handfunktion.

Schlussfolgerung: Die Luxation des Os trapezoideum ist eine seltene Traumafolge, die in der Routinebildgebung leicht übersehen wird. Hauptkomplikationen einer nichtversorgten oder primär übersehenen Luxation ist die Arthrose, die eine partielle interkarpale Arthrodese erfordert. Bei aufgehobener Vaskularisierung besteht weiterhin die Gefahr der Osteonekrose. Auf Grund der Seltenheit dieser Verletzung existieren keine konkreten Therapieempfehlungen. In der Literatur finden sich geschlossene Repositionen, perkutane K-Draht Fixationen, offene Repositionen bis hin zur Resektion des Os trapezoideum oder Teilarthrodesen der Handwurzelknochen (STT-Arthrodese). In den meisten beschriebenen Fällen zeigte sich jedoch eine gute Handfunktion im Follow-up.