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53. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

11.10. - 13.10.2012, Lübeck

Zwei dynamische Formen des Ulna Styloid Impaktations-Syndroms in adoleszenten Tennisspielern

Meeting Abstract

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  • author presenting/speaker Nicole Badur - Inselspital Bern, Handchirurgie und Chirurgie peripherer Nerven, Bern, Schweiz
  • Alex Luch
  • Marc Garcia-Elias

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 53. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Lübeck, 11.-13.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgh50

DOI: 10.3205/12dgh50, URN: urn:nbn:de:0183-12dgh505

Veröffentlicht: 9. Oktober 2012

© 2012 Badur et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Das Ulnastyloid Impaktations-Syndrom (USIS) als Ursache ulno-karpaler Schmerzsymptomatik ist oft unterdiagnostiziert. Assoziiert mit einem grossen Ulnastyloid oder Pathologien welche den Abstand zwischen Ulnastyloid und Triquetrum reduzieren postulieren wir dynamische Formen, welche besonders bei professionellen adoleszenten Tennisspielern auftreten.

Methodik: 7 professionelle Tennisspieler wischen 16 und 19 Jahren präsentierten sich innerhalb von 5 Jahren mit einer ulno-karpalen Schmerzsymptomatik. Die Schmerzen traten stets beim Tennisspiel unter Handgelenksbelastung in Extension, Supination und Ulnarduktion auf. 3 Patienten waren beim einhändigen Forderhand-Schlag der dominanten Hand symptomatisch und 4 Patienten beim beidseitigen Rückhand-Schlag des adominanten Handgelenkes. Die Handgelenksbeweglichkeit und Kraft waren nicht verändert. Radiologisch zeigte sich in 4 Fällen ein Ulnastyloidprocessus Index (USPI) über der Norm. Im MRT zeigte sich in 3 Fällen eine Fibrosierung des Meniskus-Homologes. Klinisch und radiologisch konnte die Diagnose eines USIS oder eines Meniskus-Homologe Impingement Syndroms ohne ossäre Impaktation des Ulnastyloids mit dem Triquetrum gestellt werden. In einem Fall lag zusätzlich eine FCU-Sehnenentzündung vor, andere Pathologien wurden ausgeschlossen. Eine diagnostische, bildwandler-gesteuerte Steroid-Infiltration erfolgte in 2 Fällen. Die offene Resektion des distalen Ulnastyloids und des metaplastischen Meniskoids wurde bei 4 Patienten durchgeführt und die Entfernung des fibrotischen Meniskoids alleine in 2 Patienten.

Ergebnisse: Alle operierten Patienten waren 2 Wochen postoperativ beschwerdefrei und spielten Tennis 4 bis 8 Wochen nach dem Eingriff. Tourniere konnten nach 3 Monaten von allen Patienten beschwerdefrei bestritten werden. Es kam zu keiner Einschränkung der Handgelenksbeweglichkeit oder Reduktion der Kraft im Vergleich zum präoperativen Befund und im Seitenvergleich.

Schlussfolgerung: Professionelle Tennisspieler erfahren in bestimmten Griff- und Schlagpositionen eine repetitive axiale Belastung des Handgelenkes in Ulnardeviation, Extension und Supination. Ist ein überdurchschnittlich grosses Ulnastyloid vorhanden kann dies zu einer dynamischen USIS führen. Die chronische ulnokarpale Belastung kann auch bei normaler Ulnastyloid-Länge durch Fibrosierung und Kalzifizierung des Meniskoids eine dynamische Impingement-Symptomatik zwischen Ulnastyloid und Triquetrum hervorrufen. Resektion des fibrotisch veränderten Meniskoids alleine oder mit einer partiellen Resektion des Ulnastyoids führt zur Beschwerdefreiheit.