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53. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

11.10. - 13.10.2012, Lübeck

Arthrodese oder Prothese am Handgelenk?

Meeting Abstract

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  • author presenting/speaker Hans-Georg Damert - Otto-von-Guericke Universität Magdeburg, Klinik f. Plastische, Ästhetische und Handchirurgie, Magdeburg, Deutschland
  • Silke Altmann

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 53. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Lübeck, 11.-13.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgh47

DOI: 10.3205/12dgh47, URN: urn:nbn:de:0183-12dgh474

Veröffentlicht: 9. Oktober 2012

© 2012 Damert et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Während an großen Gelenken wie Hüfte oder Knie die Prothetik etabliert ist, kann man das derzeit von den Hand- und Fingergelenken nicht sagen. Fehlschläge bei der Handgelenkprothetik haben in den letzten Jahren zu verschiedenen Veränderungen im Design der Prothesen geführt. Die Standzeiten haben sich verlängert. Jedoch ist die Handgelenkendoprothetik unter deutschsprachigen Handchirurgen und Orthopäden noch umstritten.

Methodik: In unserer Klinik wurde bis 2005 als ultima ratio bei Destruktionen des Handgelenkes allein die Handgelenkarthrodese durchgeführt. Seit Februar 2005 bieten wir unseren Patienten alternativ auch eine Handgelenkprothese (Uni-2 von KMI) an. Die Indikation wird streng gestellt und jeder Fall einzeln entschieden. Von 2005–2012 wurden in unserer Klinik 17 Prothesen implantiert, darunter eine Tumorprothese des Handgelenkes.

Ergebnisse: In einem Fall wurde nach 5 Jahren die distale Komponente ausgetauscht. Keine Prothese musste bisher entfernt werden. Die resultierende Beweglichkeit für die Extension/Flexion von durchschnittlich 30-0-30 Grad ist als gut zu bewerten. Ulnar- und Radialduktion sind mit durchschnittlich 15-0-10 Grad eingeschränkt. Bis auf einen Patienten würden sich alle Patienten wieder eine Prothese implantieren lassen. Im gleichen Zeitraum wurde nur bei 4 Patienten eine Arthrodese des Handgelenkes vorgenommen.

Schlussfolgerung: Die Prothetik der Hand- und Fingergelenke befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Die Standzeiten werden derzeit mit durchschnittlich sechs Jahren für die Handgelenkprothese angegeben. Können wir unseren Patienten trotzdem dieses Verfahren empfehlen? Anhand unserer Ergebnisse würden wir diese Frage bejahen. Selbst wenn der Patient nur für einige Jahre eine Restbeweglichkeit behalten kann. Bei Versagen der Prothese ist eine Einsteifung immer noch möglich. Bei kritischer Indikationsstellung stellt die Prothese des Handgelenkes unserer Meinung nach eine echte Alternative zur Einsteifung, mit deutlich besserer Lebensqualität, dar. Wir als Handchirurgen sollten uns der Entwicklung der Handgelenkendoprothetik nicht verschließen!