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53. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

11.10. - 13.10.2012, Lübeck

Operations- und Immobilisationsdauer bei arthroskopisch-assistiert versorgter distaler Radiusfraktur mit Gelenkbeteiligung

Meeting Abstract

  • author presenting/speaker Elias Volkmer - Chirurgische Klinik und Polklinik der Ludwig-Maximillians Universität, Handchirurgie, Plastische Chirurgie und Ästhetische Chirurgie, München, Deutschland
  • Christine Sophie Hagen
  • Timo Spanholtz
  • Thomas Holzbach
  • Sebastian Leitsch
  • Timm Engelhardt
  • Riccardo Giunta

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 53. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Lübeck, 11.-13.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgh43

DOI: 10.3205/12dgh43, URN: urn:nbn:de:0183-12dgh430

Veröffentlicht: 9. Oktober 2012

© 2012 Volkmer et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Begleitverletzungen bei distalen Radiusfrakturen (DRF) mit Gelenkbeteiligung werden häufig nicht suffizient diagnostiziert und therapiert. Dies führt selbst bei einwandfreier Reposition und Osteosynthese des Radius immer wieder zu erheblichen Folgekomplikationen. Die arthroskopisch-assistierte Versorgung der intraartikulären DRF kann sowohl das Repositionsergebnis sowie die Diagnose der Begleitverletzungen verbessern. Allerdings ist zu erwarten, dass damit eine längere Operationszeit und möglicherweise auch eine längere postoperative Immobilisation einhergeht. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, die Dauer der Operation und der postoperativen Immobilisation nach arthroskopisch-assistierter sowie nach konventioneller Frakturversorgung – jeweils mit palmarer Platte – zu ermitteln.

Methodik: In einer retrospektiven Analyse von 40 Patienten mit distaler, intraartikulärer Radiusfraktur (AO Typ 23 C1-C3), welche einerseits arthroskopisch-assistiert (n=20) und andererseits konventionell (n=20) mittels palmarer, winkelstabiler Platte versorgt wurden, wurde das Ausmaß der Begleitverletzungen ermittelt, die zusätzlich durchgeführten Interventionen erfasst, und die OP-Dauer sowie die Länge der postoperativen Immobilisation dokumentiert.

Ergebnisse: Wir konnten zeigen, dass bei arthroskopisch-assistiert versorgten Patienten durchschnittlich 1,9 Begleitverletzungen, darunter 6 SL-Band-Rupturen und 9 TFCC-Läsionen, diagnostiziert wurden. Im Durchschnitt wurden 1,9 zusätzliche Interventionen vorgenommen, darunter 2 SL-Band-Nähte, 5 Versorgungen von TFCC-Läsionen sowie 8 Kirschnerdraht-Applikationen zur zusätzlichen Stabilisierung des Repositionsergebnisses. In der Kontrollgruppe wurde eine zusätzliche Intervention (Kirschnerdraht-Applikation) durchgeführt. Die Operationsdauer lag in der Arthroskopie-Gruppe mit 118 Minuten im Durchschnitt um 51 Minuten signifikant höher als bei der Kontrollgruppe (77 Minuten). Die postoperative Immobilisierung der Arthroskopie-Gruppe betrug im Durchschnitt 24 Tage, wohingegen die Kontrollgruppe mit durchschnittlich 2 Tagen signifikant kürzer ruhiggestellt wurde.

Schlussfolgerung: Die arthroskopisch-assistierte Versorgung der distalen Radiusfraktur erhöht die Anzahl der diagnostizierten Begleitverletzungen und ermöglicht eine sofortige Therapie derselben. Allerdings resultiert sie auch in einer signifikanten Verlängerung der Operationsdauer. Durch die zur Stabilisierung der Reposition applizierten Kirschnerdrähte und andere Interventionen (SL-Naht, TFCC-Refixation etc.) verlängert sich auch die postoperative Immobilisierungszeit signifikant. Eine längerfristige Nachbeobachtung muss nun zeigen, ob sich die sofortige Versorgung der Begleitverletzungen mit einer längeren Immobilisation positiv oder negativ auf das Langzeitergebnis der arthroskopisch-assistiert-versorgten Patienten auswirkt.