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52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

06.10. - 08.10.2011, Bonn

Selbständigkeit und Lebensqualität durch Verbesserung der Handfunktion bei Tetraplegie

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Anastasia Choulman - Unfallkrankenhaus Berlin, Abteilung für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie, Berlin, Deutschland
  • Andreas Niedeggen
  • Richarda Böttcher

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Bonn, 06.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgh67

DOI: 10.3205/11dgh67, URN: urn:nbn:de:0183-11dgh679

Veröffentlicht: 5. Oktober 2011

© 2011 Choulman et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Nach Erstversorgung und Frührehabilitation bei Tetraplegie kommt der Optimierung der verbliebenen Handfunktion eine besondere Bedeutung zu. Dabei kann für die meisten Patienten eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität und Selbstständigkeit durch ein individuelles chirurgisches Konzept erreicht werden. In dieser retrospektiven Untersuchung wurde die Auswirkung der neu gewonnenen Selbständigkeit durch handchirurgische Operationen auf die Lebensqualität von Tetraplegikern anhand von Fragebögen evaluiert.

Methodik: Von Oktober 2003 bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden 23 Patienten an 26 Händen operiert. Die Patienten erhielten frühestens sechs Monate nach der Operation einen SCIF Fragebogen (spinal cord injury functional questionnaire) nach James House und zusätzlich einen von uns zusammengestellten Fragebogen zur Beurteilung der Lebenszufriedenheit vor und nach der Operation, in dem sie die Ergebnisse in Form von Schulnoten einschätzen konnten.

Ergebnisse: Dreizehn Patienten konnten in die Befragung eingeschlossen werden. Davon beantworteten elf die Fragebögen vollständig und wurden in die Auswertung aufgenommen. Die Handfunktion dieser verbliebenen elf Patienten entsprach in einem Fall IC-Gruppe 1, fünf mal IC-Gruppe 2, vier Mal IC-Gruppe 3 und in einem Fall IC-Gruppe 4. Die durchschnittliche Zeit zwischen dem Unfall und der ersten Operation an der Hand betrug 21 Monate (7 Monaten bis 20 Jahren). Das durchschnittliche Alter der Patienten zum Zeitpunkt der Operation lag bei 32 Jahre (18 bis 46). Die Nachbeobachtungszeit lag zwischen sieben Monaten und sieben Jahren. Die Auswertung des von uns erstellten Fragebogens ergab eine Verbesserung in verschiedenen Bereichen des alltäglichen Lebens. Die Evaluierung der Fragebögen nach James House bestätigte ebenfalls die Verbesserung der Handfunktion bei verschiedenen Aktivitäten. Besonders die Handhabung kleiner Gegenstände wurde von allen Patienten nach der Operation als „wesentlich besser“ bezeichnet. Es fand sich kein Korrelat zwischen dem Alter des Patienten oder der Zeit bis zur rekonstruktiven Operation an der Hand und dem Ergebnis im Fragebogen.

Schlussfolgerung: Alle Patienten berichteten über eindeutige Verbesserungen der Handfunktion und der Lebenszufriedenheit unabhängig vom Alter und der Zeit bis Operation. In keinem Fall trat eine Verschlechterung der Handfunktion auf.