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52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

06.10. - 08.10.2011, Bonn

Ergebnisse bei sieben operativ versorgten Skaphoidfrakturen bzw. -pseudarthrosen im Kindesalter unter 14 Jahren

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Björn Behr - BG Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Ludwigshafen, Deutschland
  • Adrien Daigeler
  • Marcus Lehnhardt
  • Berthold Bickert

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Bonn, 06.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgh51

DOI: 10.3205/11dgh51, URN: urn:nbn:de:0183-11dgh516

Veröffentlicht: 5. Oktober 2011

© 2011 Behr et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Operationspflichtige Skaphoidfrakturen oder –pseudarthrosen im Kindesalter stellen eine Rarität dar. Ziel dieser Studie ist es, das eigene Patientenkollektiv dieser seltenen Operationen auf Prävalenz, Pathomechanismus und postoperative Ergebnisse zu untersuchen.

Methodik: Eingeschlossen wurden Patienten, die zwischen den Jahren 1997 und 2011 an unserer Institution am Skaphoid operiert wurden und zum OP-Zeitpunkt jünger als 14 Jahre waren und damit ein noch nicht abgeschlossenes Skelettwachstum aufwiesen. Die Krankenakten wurden hinsichtlich knöcherner Durchbauung, Beweglichkeit und Funktion analysiert.

Ergebnisse: In 13,5 Jahren wurden sieben Patienten unter 14 Jahren am Skaphoid operiert und erfüllten die Einschlusskriterien. Das Durchschnittsalter betrug bei Operation zwölf Jahre und sieben Monate. Die auslösende Ursache war in 4 Fällen ein Sturz, in einem Fall ein Anpralltrauma und in zwei Fällen nicht erinnerlich. Bei einem Mädchen bestand eine frische Fraktur des mittleren Drittels (Typ B2 nach Herbert), die mit einer Mini-Doppelgewindeschraube versorgt wurde. Bei sechs Kindern bestand eine Pseudarthrose. Eine histologische Untersuchung zur Abklärung eines Scaphoideum bipartitum wurde nicht durchgeführt. Als Knochenimplantat erhielten zwei Kinder Radiusspongiosa, zwei einen vaskularisierten Radiusspan und zwei einen Beckenkammspan. 5 Pseudarthrosen wurden zusätzlich mit Doppelgewindeschraube, eine mit Kirschnerdrähten stabilisiert. Bei sechs der sieben Patienten waren die Krankenakten vollständig. Alle zeigten eine gute Beweglichkeit. Bei einem Jungen, der präoperativ nur einen rudimentären Knochenkern aufwies, zeigte sich nach Implantation eines vaskularisierten Radiusspans zusätzlich eine rasch aufholende, regelrechte Ossifikation des proximalen Skaphoidpols.

Schlussfolgerung: Zusammenfassend sind operationspflichtige Frakturen des Skaphoids bei Jugendlichen mit unreifem Skeletstatus selten. Die Mehrheit wurde erst als Skaphoidpseudarthrose vorgestellt. Die operative Versorgung führte zu guten Ergebnissen.