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52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

06.10. - 08.10.2011, Bonn

Ergebnisse nach Matti-Russe-Plastik bei Kahnbeinpseudarthrosen

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Moritz Dustmann - Katharinenhospital Stuttgart, Klinik für Hand-, Plastische und Mikrochirurgie, Stuttgart, Deutschland
  • Alexander Tripp
  • Ralf Bajinski
  • Nikolaus Wachter

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Bonn, 06.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgh44

DOI: 10.3205/11dgh44, URN: urn:nbn:de:0183-11dgh446

Veröffentlicht: 5. Oktober 2011

© 2011 Dustmann et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die Scaphoidfraktur ist die häufigste Fraktur der Handwurzelknochen. Die Pseudarthrose ist dabei immer noch eine oft auftretende Komplikation. Die Ergebnisse nach Matti-Russe-Plastik wurden anhand einer retrospektiven, klinischen Studie untersucht.

Methodik: Von 2005 bis 2010 wurden 41 Patienten im Mittel 23,4 Monate (13,4 bis 32 Monate) nach operativer Versorgung einer Scaphoidpseudarthrose durch Matti-Russe-Plastik klinisch und radiologisch nachuntersucht, bei 4 Patienten konnte kein follow up erfolgen. Bei allen Patienten standen zum follow up konventionelle Röntgenaufnahmen zur Verfügung, bei 35 eine Computertomographie in Dünnschichttechnik. Zur Objektivierung wurde der DASH-Score, wie auch der Mayo-Wrist Score verwendet. Die Schmerzsymptomatik wurde anhand der Numerischen Ratingskala (NRS 0-10) erhoben, die Beweglichkeit wurde dokumentiert. Präoperativ wurde radiologisch die Lokalisation der Pseudarthrose, die Sklerosierung der Fragmente sowie der Arthrosegrad analysiert. Ziel der Arbeit war die Analyse der funktionellen Ergebnisse, der Durchbauung sowie der subjektiven Lebensqualität.

Ergebnisse: Bei 35 Patienten (88,6%) konnte eine vollständige knöcherne Ausheilung radiologisch nachgewiesen werden, 2 (5,7%) waren partiell durchbaut und 4 zeigten keine knöcherne Durchbauung (11,4%). Davon wurden 2 Patienten mit einem vaskularisierten Knochenspan nach Brunelli nachoperiert und so schließlich eine vollständige knöcherne Ausheilung erzielt. 2 Patienten mit radiologisch fehlender Durchbauung zeigten keine oder nur milde Beschwerdesymptomatik. Alle Patienten hatten keine oder nur milde Schmerzen (NRS=0,96). Die postoperative Beweglichkeit war nur leicht eingeschränkt und betrug im Mittel für Ext./Flx. 100,7°, Radial-/Ulnarduktion: 46,4° und Pro-/Supination: 170,2°. Nur 2 Patienten zeigten eine Progression des Arthrosegrades von SNAC I° auf SNAC II°. Die Analyse der DASH-Fragebögen für die Beurteilung subjektiver Einschränkungen (0 = keine, 100 = maximale Einschränkung) zeigte eine mit im Mittel 7 Punkten nur leichtgradige subjektive Einschränkung. Der Mayo Wrist Score zeigte mit 91,3/100 Punkten ein sehr gutes postoperatives Ergebnis.

Schlussfolgerung: Die Matti-Russe Plastik ist eine bewährte Methode zur operativen Versorgung einer Scaphoidpseudarthrose und zeigt sehr gute Behandlungsergebnisse. Im Falle der ausbleibenden knöchernen Heilung eignet sich die vaskularisierte Spaninterposition nach Brunelli.