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52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

06.10. - 08.10.2011, Bonn

Handgelenksarthroskopie mit intraartikulärer Hyaluronansubstitution – Ergebnisse nach 6 Monaten

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Alexander Schütz - sporthopaedicum Straubing Regensburg, Handchirurgie, Straubing, Deutschland
  • Burcin Yurteri
  • Petra Dobner
  • Michael Nerlich

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Bonn, 06.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgh40

DOI: 10.3205/11dgh40, URN: urn:nbn:de:0183-11dgh408

Veröffentlicht: 5. Oktober 2011

© 2011 Schütz et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Hyaluronsäure wird ein chondroprotektiver und schmerzhemmender Effekt zugeschrieben. Frühere Studien zeigten, dass die intraartikuläre Hyaluronsäuresubstitution neben der Schmerzsituation auch die Gelenkfunktion verbessern kann. Wir wollten erstmals die Auswirkungen einer intraartikulären Hyaluronansubstitution im Zusammenhang mit einer therapeutischen Handgelenksarthroskopie prospektiv randomisiert untersuchen.

Methodik: 140 Patienten mit therapieresistenten persistierenden Handgelenksschmerzen wurden prospektiv randomisiert, an einem Institut von einem Operateur arthroskopiert. 70 Patienten erhielten nur die Handgelenksarthroskopie (Kontrollgruppe), 70 Patienten zusätzlich am Ende der Operation und 3 Wochen später Hyaluronan intraartikulär (Ostenil®, 1%, 20 mg/2 ml). Das klinische Untersuchungsschema beinhaltete den Mayo Wrist Score, modifiziert nach Krimmer, den DASH Fragebogen, die dynamometrisch gemessene Griff Stärke, die visuell analoge Schmerzskala nach Huskisson und die globale Therapieerfolg-Einschätzung. Diese Untersuchungen wurden präoperativ, undpostoperativ nach 1, 3, 6, 12 und 24 Wochen durchgeführt. Außerdem wurden die Patienten nach dem intraoperativen Befund in 4 Schweregruppen (SG) eingeteilt (SG1 = geringgradig pathologische Veränderungen, SG2 = mäßiggradige, SG3 = schwere, und SG4 = terminale pathologische Veränderungen). Die SG wurden hinsichtlich des postoperativen Benefits und der zugrundeliegenden Erkrankung analysiert und mit dem Wilcoxon-Mann-Whitney-Test statistisch ausgewertet.

Ergebnisse: Nach 6 Monaten war die Versuchsgruppe mit Hyaluronansubstitution der Kontrollgruppe im Mayo Wrist Score und in der globalen Therapieerfolg-Einschätzung hochsignifikant überlegen (p<0.00001). Im Einzelnen betraf dies die Mayo Sub-scores „Beweglichkeit“, „Schmerz“ und „Gebrauchsfähigkeit“, nicht aber die „Griffstärke“. Keine Unterschiede zeigte der DASH Fragebogen. Der Mayo Wrist Score war insgesamt in 82.6% der Kontrollgruppe und 94.3% der Versuchsgruppe signifikant verbessert im Vergleich zu präoperativ. 11.8% der Kontrollgruppe und 1.4% der Versuchsgruppe zeigten eine Verschlechterung nach 6 Monaten. Hinsichtlich der SG profitierte die SG1 und SG4 signifikant (p<0.05) von der Hyaluronansubstitution.

Schlussfolgerung: Die Benefit der therapeutischen Handgelenksarthroskopie kann durch die zusätzliche 2-malige intraartikuläre Applikation von Hyaluronan (Ostenil®) für einen Zeitraum von 6 Monaten postoperativ signifikant verbessert werden. In besonderem Maße profitieren davon Patienten mit geringgradigen und terminalen pathologischen Veränderungen. Ob diese Therapieerfolge auch über einen längeren Zeitraum andauern, müssen weitere Untersuchungen zeigen.