gms | German Medical Science

52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

06.10. - 08.10.2011, Bonn

Diagnostische Kriterien des komplexen regionalen Schmerzsyndroms-CRPS nach Harden et al. (2007) – erste Erfahrungen mit ihrer Anwendung als „Checkliste“

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Reiner Winkel - BG Unfallklinik Frankfurt, Hand- und Plastische Chirurgie, Frankfurt, Deutschland
  • Götz Hanebuth
  • Michael Schlageter
  • Markus Heine
  • Lars Tonn
  • Judith Stäbe-Heyl

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Bonn, 06.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgh34

DOI: 10.3205/11dgh34, URN: urn:nbn:de:0183-11dgh348

Veröffentlicht: 5. Oktober 2011

© 2011 Winkel et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Fragestellung: Die Diagnose eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms ist eine „klinische“, und sie wird nach einer internationalen Übereinkunft (Harden et al. 2007) auf Grund der Prüfung von 4 Kriterien gestellt. Wir fragten uns: wird die Diagnose eines CRPS an der Hand durch die Beantwortung der 'Diagnostischen Kriterien' von Harden et al. (2007) auf einer „Checkliste“ einfacher und zuverlässiger?

Methodik: Die Antworten auf die 4 „Diagnostischen Kriterien“ für ein CRPS wurden auf Prüfbögen („Checklisten“) protokolliert.1) Kriterium: die Beurteilung der Verhältnismäßigkeit der Fortdauer von Schmerzen zu der auslösenden Schädigung. 2) Kriterium: berichtete Erscheinungen in 3 von 4 „Kategorien“: a) „sensorisch“, b) „vasomotorisch“, c) „sudomotorisch“, Ödem, d) „motorisch/trophisch“. 3) Kriterium: untersuchte Zeichen in 2 der 4 „Kategorien“. 4) Kriterium: keine andere handchirurgische Diagnose erklärt die berichteten Erscheinungen und untersuchten Zeichen besser. Seit August 2010 prüften die Autoren die Diagnose eines CRPS mit dieser „Checkliste“ in 15 Fällen. Wir berichten über unsere ersten Erfahrungen.

Ergebnisse: Bei 15 Prüfungen der Diagnose eines CRPS nach einem Protokoll gemäß den „Diagnostischen Kriterien“ wurde die Diagnose 10 mal begründet bestätigt und 5 mal begründet ausgeschlossen. Gründe für den Ausschluss waren die Nichterfüllung des Kriteriums 1) einmal, die Nichterfüllung des Kriteriums 2) dreimal, die Nichterfüllung des Kriteriums 3) zweimal und die Nichterfüllung des Kriteriums 4) zweimal. In einem zu prüfenden Fall waren alle 4 Kriterien nicht erfüllt.

Schlussfolgerung: Die Prüfung der „Diagnostischen Kriterien des CRPS“ nach Harden et al. (2007) mit einer „Checkliste“ erleichtert die Nachvollziehbarkeit und die kritische Prüfung der Diagnose. Die Grundlage der Diagnose des CRPS an der Hand ist die zutreffende handchirurgische Diagnose, sowohl für die Beurteilung des 1). Kriteriums der Verhältnismäßigkeit der Fortdauer von Schmerzen zu der auslösenden Schädigung im Vergleich zu ihrem natürlichen Verlauf, als auch für die Entscheidung des 4.) Kriteriums, ob eine andere handchirurgische Diagnose die berichteten Erscheinungen und die untersuchten Zeichen besser erklärt. Die „Diagnostischen Kriterien des CRPS“ nach Harden et al. (2007) waren und sind eine nachvollziehbare, verlässliche und hilfreiche Grundlage für unsere diagnostischen, therapeutischen, prognostischen und gutachtlichen Entscheidungen.